| 00.00 Uhr

Hilden
Teddy-Hospital nimmt Kindern die Angst

Hilden: Teddy-Hospital nimmt Kindern die Angst
"Das kriegen wir wieder hin": Ärztin Svenja Ritter zeigt Puppenmutter Amine ein Röntgenbild von ihrer kleinen Plüschpatientin. FOTO: Ralph Matzerath
Hilden. Der kleine Sami (5) macht sich Sorgen um sein Kaninchen. "Es hat Halsschmerzen", erzählt er der Ärztin. Die greift gleich zum Stethoskop, hört den Patienten ab und schaut, soweit das bei einem Stofftier möglich ist, in seinen Mund. Von Alexander Riedel

"Tun ihm vielleicht auch die Ohren weh", fragt Dr. Sabine Muscheid. Der Junge nickt. "Oh ja, die Ohren sind wirklich ein wenig gerötet", meint darauf die Kinderärztin nach dem fachmännischen Blick durch das Otoskop und verspricht: "Die Medizin für dein Kaninchen gebe ich dir gleich für heute Abend mit."

Am anderen Ende des Raums im DRK-Haus an der Jahnstraße röntgen Krankenpflegeschüler derweil Tims flauschigen Affen. "Er ist vom Baum gefallen und hat sich was gebrochen", erzählt der Fünfjährige. Dr. Svenja Ritter, eigentlich Gynäkologin, verbindet die Beine des Verletzten - und verabreicht ihm bei der Gelegenheit auch gleich eine Impfung: "Damit er keine Infektionskrankheit bekommt." Prompt meldet sich darauf ein Junge, der mit seinem Stofftier im provisorischen "Wartezimmer" sitzt, und erzählt: "Ich bin auch schon mal geimpft worden, das war aber gar nicht schlimm."

Was Eltern im ersten Moment an ein Spiel im heimischen Kinderzimmer erinnert, hat einen durchaus ernsten Hintergrund: Denn das Langenfelder "Teddy-Hospital", das einmal im Jahr - nun schon zum 14. Mal - seine Gäste mitsamt ihrer liebsten Stofftiere empfängt, soll Einblicke in die klassischen Untersuchungen und Behandlungen von Ärzten liefern und dabei Ängste und Hemmungen vor dem Besuch in der Praxis abbauen. Und das Konzept scheint aufzugehen: "Ich höre von den Kitas und den Eltern, dass der jeweils nächste Arztbesuch oft entspannter abläuft", berichtet Petra Schütz vom Langenfelder Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes. Der gehört mit verschiedenen Partnern zu den Ausrichtern der stets eintägigen Aktion.

180 Kinder aus sämtlichen Langenfelder Kindergärten sind im Verlauf des Tages mit ihren Teddybären, Mickey Mäusen oder Plüsch-Elefanten zu Gast im Haus des Deutschen Roten Kreuzes. "Die Ärzte wechseln dabei stündlich", erklärt Petra Schütz. Über die Jahre hinweg habe sich dabei ein ehrenamtliches Team herauskristallisiert. Mit ihren Vorschulkindern dabei ist auch Anja Helbig von der Kindertagesstätte Richrather Rappelkiste. Dort ist das "Teddy-Hospital" auch am nächsten Tag noch ein wichtiges Thema: "Dann erzählen die Kinder, die hier waren, den neugierigen Jüngeren von ihrem Arztbesuch und zeigen die Röntgenbilder", sagt die Erzieherin. Im Verlauf ihres Besuches erfahren die Gäste aber auch noch mehr über das Gesundheitswesen: So können sie etwa einen Krankenwagen besichtigen, dessen Funktionen ein DRK-Mitarbeiter erklärt.

Und sie erfahren, dass nicht jeder Arzt immer alle Probleme lösen kann: Zoes (5) Eule leidet an Zahnschmerzen. "Weil aber heute kein Zahnarzt da ist, hat sie eine Salbe mitbekommen", sagt Anja Helbig. Die anwesende Ärztin musste das kleine Mädchen, das angeblich selbst leichtes Zahnweh hat, also an einen Spezialisten verweisen - aber dafür weiß Zoe ja nun, dass der Arztbesuch kein Grund zur Furcht ist.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hilden: Teddy-Hospital nimmt Kindern die Angst


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.