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Hilden
Theresienschule inszeniert Peter Pan

Hilden: Theresienschule inszeniert Peter Pan
Die Generalprobe hat geklappt: Heute um 19.30 Uhr wird es in der Theresienschule "ernst" beim Musical "Peter Pan". FOTO: Köhlen
Hilden. Ein ganzes Schuljahr lang hat die Musical AG der Mädchenrealschule an der Aufführung gearbeitet. Heute ist Premiere. Von Daniele Funke

So ganz zufrieden wirkt Franziska nicht - geknickt sitzt die 12-Jährige am Bühnenrand, hat die Beine hochgezogen und angewinkelt, den Kopf auf die Knie gelegt. "Ich hatte so einige Patzer, an manchen Stellen den Text vergessen, so was Doofes", ärgert sich die Siebtklässlerin, dabei hat sie die Generalprobe als Peter Pan grandios gemeistert: In ihrem braunen Lumpenkostüm mit aufgenähten Blättern verkörpert Franziska glaubhaft den Jungen, der nie erwachsen werden wollte: leicht burschikos, quirlig, selbstbewusst. Massenhaft Text musste die Schülerin lernen und den noch auf Englisch. Lehrerin Marianne Callaghan streicht Franziska aufmunternd über den Arm. "Super, Franziska, das war toll und mach dich nicht verrückt, alles nicht schlimm. Sprich nur bitte ein kleines bisschen langsamer, dann ist es perfekt."

Seit dem Sommer haben die Lehrerinnen Birgit Meyer, Karoline Urbschat und Marianne Callaghan an dem englischen Musical mit rund 70 Schülerinnen gearbeitet, Rollen verteilt, Dialoge geübt, Bühnenbilder entworfen, Kostüme organisiert, technische Fragen geklärt. Herausgekommen ist eine beeindruckende Schulaufführung, die die Erwartungen an eine solche um ein Weites übersteigt. Ganz offensichtlich hatten alle Beteiligten "richtig Bock" auf das Projekt. "Ich mache jetzt schon zum zweiten Mal bei einem Musical mit", erzählt Lena, die in einer der beiden Aufführungen die Wendy verkörpert. "Mir macht vor allem das Singen unheimlich Spaß, daher nehme ich auch seit zwei Jahren professionellen Gesangsunterricht."

Michelle aus der Klasse 10c spielt Captain Hook, Nein: Michelle "ist" Captain Hook, so überzeugend mimt sie den Piratenboss mit Langhaarperücke, Kopftuch und Säbel. Ihre Stimme klingt tief und laut, ihre Mimik nimmt männliche Züge an, ihr kräftiger Gesang hallt siegessicher und triumphierend durch die Aula der Schule.

Marianne Callaghan ist erleichtert - die Generalprobe verläuft nahezu fehlerlos. Na gut, einmal verpasst Tinkerbell ihren Einsatz ("Ich musste noch eben etwas trinken"), hier und da fehlt ein kleines Bühnenutensil, ein Headset sitzt nicht richtig oder die Ausleuchtung muss nachgebessert werden. Im Ganzen aber fällt Lehrerin Marianne Callahan ein riesiger Stein vom Herzen. "Dies ist jetzt das fünfte Musical in Folge, dass ich inszeniere und ich bin immer überglücklich, wenn es zum Schluss so toll läuft. Ich merke auch, dass ich mit den Jahren nicht mehr ganz so hektisch bin, wenn es Richtung Premiere geht."

Zum großen Finale wirken schließlich alle Darsteller gemeinsam auf der kleinen Bühne, eine Show, prall gefüllt mit Fröhlichkeit, mit Farben, mit bunten Kostümen, lebhafter Musik und fröhlichem Gesang.

Bei der heutigen Premiere und der morgigen zweiten Aufführung werden zu Recht viele stolze Eltern, Verwandte und Freunde in den ersten Reihen sitzen. "Mein Opa", erzählt Lena und grinst, "bringt sogar noch zwei gleichaltrige Freunde mit. Vor denen gibt er immer total an, dass seine Enkelin auf der Bühne steht. Das ist manchmal ganz schön peinlich, aber ich freu mich trotzdem riesig darauf."

Für die Vorstellungen heute und morgen, jeweils um 19.30 Uhr, gibt es noch Restkarten an der Abendkasse (3,50 Euro). Ort: Aula der Theresienschule, Gerresheimer Straße 53

Quelle: RP
 
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