| 00.00 Uhr

Antje Hachmann
Tierfotografin setzt Hunde farbstark in Szene

Antje Hachmann: Tierfotografin setzt Hunde farbstark in Szene
FOTO: Antje Hachmann
Hilden. Antje Hachmann gibt am Freitag in Langenfeld einen Workshop in Tierfotografie. Sie fotografiert beispielsweise fürs Hildener Tierheim.

Wenn Kinder auf Fotos freundlich gucken sollen, dann rufen sie laut und langsam "Ameisenscheiße". Was müssen Hunde tun?

Hachmann Für Porträtfotos gibt es einige simple Tricks, sei es das Lieblingsspielzeug des Hundes, das nah ans Objektiv gehalten wird, oder ein total tolles Leckerli. Einige Hunde reagieren gut auf wohldosierte Geräusche, andere auf Knistern oder Rascheln. Meistens können die Besitzer sehr gut Auskunft geben, was bei dem zu fotografierenden Hund die volle Aufmerksamkeit erregt.

Sollte man für die Tierfotografie eher der Porträt- oder der Sportfotografie zuneigen?

Hachmann Es kommt darauf an, was man genau in der Tierfotografie möchte. Reaktionsschnell sollte man in beiden Fällen sein. Tiere können sich nicht stundenlang in einem Set konzentrieren. Das sollte man absolut vermeiden. Auch ein Auge für Situationen und sicheres Umgehen mit dem Equipment ist unumgänglich. Wenn man in die Königsdisziplin - Tiere in Bewegung - einsteigen möchte, muss man nicht nur sehr reaktionsschnell sein und das entsprechende Material in der Hand haben. Hier ist auch viel Gefühl für die Tiere und deren Eigenheiten gefordert.

Was unterscheidet das Motiv Tier vom Motiv Mensch?

Hachmann Der größte Unterschied ist die Unbefangenheit. Tiere können mit einem "Bild" und "fotografiert werden" nicht viel anfangen. Menschen verkrampfen sich oft vor einer Kamera, sind nicht mehr authentisch oder natürlich. Hier haben die Tiere einen Vorteil.

Wie sind Sie auf die Idee zu Ihren "Holi Dogs" gekommen?

Hachmann Die Idee entstand aus dem Auftrag, im Jahr 2013 einen Kalender für ein Tierschutzprojekt zu gestalten. Hier sollten Listenhunde einmal völlig anders und besonders positiv in Szene gesetzt werden. Bei meinen Recherchen bin ich über das "Holi Festival" in Indien gestolpert. Von den Farben des indischen Frühlingsfestes begeistert, vertiefte ich meine Suche und stieß auf das nepalesische "Kukur Tihar" - den Tag der Hunde. An diesem besonderen Tag innerhalb des Kukur-Festes werden die Hunde im Nepal gefeiert. Der Glaube der Hindu besagt, dass Hunde der Bote des Lord Yamaraj sind. Yamaraj ist der Gott des Todes - somit sind die Hunde also noch kostbarer als der eigentliche Wert als tierischer Begleiter der Familie. Die Idee war somit geboren - ich wollte einen Kalender mit Holi Dogs für das Tierschutzprojekt. An einem Wochenende kamen mehr als 30 Listen- und Nicht-Listenhunde allein für die Holi-Dogs-2013-Produktion. Hieraus entstanden dann nicht wie geplant ein einziger, sondern gleich zwei Editionen des Kalenders "Holi Dogs 2013".

Sollte man ein Tier, bevor es Modell sitzt, aufhübschen?

Hachmann Im Porträtbereich ist es sinnvoll, das Modell vorher zu bürsten, die Augen zu reinigen und gegebenenfalls ein schickes Halsband bereit zu legen. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Aber bitte immer beachten, dass die Tiere keinen Stress bekommen - das wirkt sich sehr auf die Bilder aus. Ein zurechtgemachter Hund mit schickem Halsband und stress-geweiteten Augen ist kein schöner Anblick.

Wann kommen die ersten Selfies von Hund und Katz auf den Markt?

Hachmann Gibt es nicht schon ein Selfie-Buch von Hunden und Katzen? Ich glaube, wenn meine Hündin eine Kamera bedienen könnte, würde sie tausend Selfies knipsen . . .

THOMAS GUTMANN

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Antje Hachmann: Tierfotografin setzt Hunde farbstark in Szene


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.