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Hilden
Tipps zum Umgang mit Demenz

Hilden: Tipps zum Umgang mit Demenz
Die Besucher konnten selbst erleben, wie es ist, dement zu sein: Petra Eggerts (l.) und Sylke Heupel bringen Bilder, die Alltagstätigkeiten wie Kaffeekochen in ihren Details abbilden, in die richtige Reihenfolge. Schon für einen Gesunden gar nicht so einfach. Ein dementer Mensch ist mit dieser Aufgabe überfordert. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Jeder kennt die Situation: Man vergisst, das ausgeliehene Buch mitzubringen, lässt den Haustürschlüssel auf dem Küchentisch liegen oder fährt ohne Geschenk zur Geburtstagsfeier. Wenn dieser Zustand jedoch alltäglich wird, handelt es sich in vielen Fällen um Demenz. Von Merlin Bartel

Wie schlimm diese Krankheit für die Betroffenen selbst, aber auch für Familie und Freunde ist, lässt sich von außen nur erahnen. "Viele Freunde und Bekannte hatten kein Verständnis für die Demenz meiner Tante und brachen den Kontakt nach und nach ab", berichtete Frida Rohde.

Um betroffene Personen in dieser schwierigen Situation zu unterstützen, fand am vergangenen Samstag der Demenz-Info-Tag in Hilden statt. Das Interesse daran war auffallend groß, so dass die Vorträge und Stände auf den verschiedenen Etagen des Bürgerhauses gut besucht waren. Viele unterschiedliche Vereine und Einrichtungen aus Hilden und dem Kreis Mettmann präsentierten ihre Angebote für Betroffene und deren Familien.

"Ich besuche eine Gruppe für Angehörige von Demenzerkrankten. Hier wird offen darüber gesprochen und jedem geholfen", sagte Frida Rohde und fügte hinzu: "Besonders der Partner wird hart getroffen von der Krankheit: Gemeinsame Unternehmungen sind fast unmöglich, Bekannte wenden sich ab, so dass sie häufig total isoliert sind."

Um das Thema hautnah erleben zu können, gab es außerdem einen "Demenzparcours", bei dem sich die Gäste in die Lage der Betroffenen hineinversetzen konnten und an diversen Stationen Schwierigkeiten aus dem Alltag Demenzerkrankter mit allen Sinnen nachempfinden konnten.

Darüber hinaus standen auch Vorträge auf dem Programm. Reiner Bracht vom Landesverband der Alzheimergesellschaften NRW sprach über neue Ansätze in der Alzheimer-Therapie. Außerdem referierte Ralf Ihl, Chefarzt für Gerontopsychiatrie und Vorsitzender der Alzheimergesellschaft Kreis Mettmann, über die Ursachen von Demenz. Mit ihren Folgen setzen sich auch die Behörden auseinander: Jörg Marsall, Polizeihauptkommissar der Kreispolizei Mettmann, sprach über die Gefahren der Krankheit im Straßenverkehr: "Demenz ist in vielen Familien ein Tabuthema, doch wer es nicht offen anspricht, den werden schlimme Schuldgefühle plagen, wenn der Erkrankte einen Unfall hat. Deshalb rate ich dazu, offensiv an das Thema heranzugehen", sagt der Hauptkommissar. Auch für die Beamten sei die Situation heikel: "Es ist für uns Polizisten extrem schwierig, demente Fahrer im Straßenverkehr zu erkennen. Deshalb sollten Angehörige die Betroffenen bei bestehender Gefahr nicht fahren lassen - selbst wenn das Auto deren ein und alles ist."

Quelle: RP
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