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Kreis Mettmann
Tour de France: Grüne bangen ums Neandertal

Kreis Mettmann. Ob Tour de France im Neandertal, Landesentwicklungsplan oder Klima- und Freiflächenschutz im Kreis Mettmann - die Umweltschutzverbände im Kreis und die grüne Kreistagsfraktion sind sich nach eigenen Angaben weitgehend einig: Die natürlichen Lebensgrundlagen und ökologische Vielfalt im Kreis Mettmann müssen gestärkt werden. Kreisvertreter des Bundes für Umwelt und Naturschutz, des Naturschutzbunds und der Faunistisch-Floristische Arbeitsgemeinschaft waren auf Einladung der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen ins Kreishaus gekommen, um aktuelle Themen des Natur- und Umweltschutzes im Kreisgebiet zu beraten. Der Meinungsaustausch wird künftig regelmäßig stattfinden. Einen Schwerpunkt bildete die Einschätzung der aktuell geplanten Route der Tour de France durch das Neandertal. Entgegen der Vermarktungseuphorie einiger Städte und des Landrats weisen die Umweltschützer auf die Gefahr hin, dass das Naturschutzgebiet Neandertal durch große Zuschauermengen geschädigt werden könnte.

Daher setzen sie sich gemeinsam mit den Grünen für eine frühzeitige Einbindung in die Planungen ein, um die Interessen der Natur im Neandertal einzubringen und so in den weiteren Planungen gleichberechtigt abzuwägen.

Große Übereinstimmung bestand auch bei der Einschätzung der aktuellen Version des Landesentwicklungsplans. In den abgegebenen Stellungnahmen der Umweltverbände und der grünen Kreistagsfraktion an die Bezirksregierung wird die Befürchtung deutlich, dass wesentliche Grundlagen des Klima- und Naturschutzes vom verbindlichen Ziel zum Grundsatz herabgestuft werden und damit in den Kommunen unverbindlich sind. Davon betroffen ist etwa die Aufgabe des Ziels, das Wachstum der Siedlungs- und Verkehrsfläche bis zum Jahr 2020 auf fünf Hektar täglich zu begrenzen. Auch der Vorrang der innenstädtischen Flächenentwicklung vor der Bebauung von Freiflächen im Außenbereich wird vom Ziel zum Grundsatz herabgestuft und damit aufgeweicht.

Die Kreisgrünen werden die Kritik über ihre Vertreter in den Regionalrat, die Bezirksregierung sowie parteiinterne Landesgremien einbringen.

Schließlich setzen sich Naturschützer und Grüne gemeinsam dafür ein, den Landschaftsschutz und die aktuelle Flüchtlingssituation nicht gegeneinander auszuspielen.

Entgegen der Ansiedlung auf Freiflächen im städtischen Außenbereich soll der soziale Wohnungsbau in den Innenstädten unterstützt werden. Das stärke sowohl den Freiflächenerhalt als auch die gesellschaftliche Integration.

www.rp-online.de/mettmann

Quelle: RP
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