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Warrington-Platz
Umstrittene Kunstaktion erinnert an tote Flüchtlinge

Hilden. Der ein oder andere wird sich gewundert haben, als am Anfang der Woche eine Grabstätte auf dem Spielplatz am Warrington-Platz zu sehen war. Die große Aufschrift "Refugees Welcome" (Flüchtlinge willkommen) machte aber schnell den Zusammenhang mit den Kunstaktionen des "Zentrums für politische Schönheit" (ZPS) deutlich. Dieses hatte in der letzten Woche mit der Aktion "Die Toten kommen" an die Flüchtlinge erinnert, die im Mittelmeer ums Leben gekommen sind.

Im Rahmen dieser Kampagne zogen beim "Marsch der Entschlossenen" am Sonntag tausende Demonstranten mit Särgen durch Berlin-Mitte, hoben vor dem Reichstag symbolische Gräber aus und stellten Holzkreuze auf.

Die Aktion ist jetzt also auch in der Itterstadt angekommen. Während die einen sie geschmacklos finden, begrüßen viele die symbolische Bestattungsaktion - es wurde auf Facebook-Seiten diskutiert -, weil sie aufmerksam macht auf das Elend der sterbenden Flüchtlinge und den Umgang mit ihren Leichen an den EU-Außengrenzen. "Grundsätzlich ist es wichtig, für die Schicksale der Geflüchteten zu sensibilisieren", findet auch Bürgermeisterin Birgit Alkenings. Die Aktion des ZPS wolle zum Nachdenken anregen.

Dennoch könne das Grab aus ordnungsrechtlichen Gründen nicht an dem Spielplatz bleiben. "Als Verwaltung liegt es in unserer Verantwortung, öffentliche Flächen für ihren festgelegten Nutzungszweck zu erhalten." Am Mittwoch wurde das Grab daher von dem Kinderspielplatz entfernt.

Das Zentrum für Politische Schönheit hat in den letzten Wochen immer wieder mit ähnlichen Aktionen auf sich und etwaige Missstände in der europäischen Flüchtlingspolitik aufmerksam gemacht. So wurden beispielsweise weiße Kreuze an -Außengrenzen der Europäischen Union als Symbole für die dort Verstorbenen angebracht. höv

Quelle: RP
 
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