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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Unwürdig, nicht nur unschön

Hilden. Die Stadt trennt sich von Veranstalter Peter Brack, der für das Programm des Clubs "Area 51" verantwortlich ist. Die Gründe sind fadenscheinig, und Brack ist düpiert.

Was ist natürlicher als die Veränderung? Ja sicher kann eine Stadt einen Vertrag mit einem Dienstleister beenden, zumal wenn sie dadurch Geld spart. Dass es immer Kritik an Entscheidungen gibt, egal wie sie ausfallen, gehört dazu. Dass die Kritik am Ende der Zusammenarbeit mit "Nostromo" und damit mit Peter Brack jedoch nicht abreißen will, hat andere, schwerwiegendere Gründe.

Da ist einmal die Summe, die die Stadt nach Angaben der Verwaltung dadurch spart: Wäre Brack ein Großverdiener vor dem Herrn, gäbe es sicher mehr Verständnis für den Vorgang. So aber? 400 Euro im Monat sollen gespart werden, denn das war über Jahre hinweg das "Gehalt" des anerkannten Organisators. Niemand glaubt, dass einem erfolgreichen Veranstalter wegen dieser lächerlichen Einsparung gekündigt wird - bei einem Haushaltsdefizit von 10 Millionen Euro!

Was steckt also dahinter? Muss ein fest angestellter Mitarbeiter der Jugendförderung "untergebracht" werden? Will die Stadtspitze den Club schlicht anders bespielen, weniger alternativ, mehr für noch jüngere Gäste, was schon anklang? Jedenfalls sind die wahren Gründe bisher nicht genannt worden, die Spekulationen schießen ins Kraut - allein dies schon ein unwürdiger Vorgang. In jedem Fall hätte die Bürgermeisterin zumindest mit Brack selbst über die Gründe sprechen müssen. Das ist nicht geschehen, wie er glaubhaft versichert. Angesichts seiner großen Leistung für die Kulturszene in Hilden, die absolut unstreitig ist, wäre ein solches Vorgehen zwingend gewesen. Für die Kommune ist es ein großes Versäumnis, einen derart engagierten Kulturschaffenden nicht weiter einzubinden - unter welchen Vorzeichen auch immer. Bisher war das guter Stil in Hilden. So aber ist ein Mensch düpiert, ohne Sinn.

Denn wie es menschlich an der Stelle gelaufen ist, kann man nur ahnen.

goekcen.stenzel@rheinische-post.de

Quelle: RP
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