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Hilden
Urlaubsquartier für Haustiere
Hilden: Urlaubsquartier für Haustiere
Tierische Animation: Leitende Tierpflegerin Christine Giepen und ihre Kollegen sorgen dafür, dass die vierbeinigen Pensionsgäste genügend Auslauf auf dem Außengelände erhalten. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Das Hildener Pfötchenhotel nimmt Tiere auf, wenn ihre Besitzer verreisen. Daneben lernen die Hunde in der Schule Neues, erhalten im Salon einen neuen Look oder genesen beim Tierarzt. Von Patrick Jansen

Jedes Jahr zur Urlaubszeit häufen sich die Fälle, in denen Tiere auf Rastplätzen oder Autobahntankstellen vergeblich auf ihr Herrchen (oder Frauchen) warten. Die herzlosen Besitzer binden meist Hunde dort an einen Baum, um anschließend in Ruhe zu verreisen. Zwischen 30 und 50 ausgesetzte Tieren stehen jedes Jahr beim Hildener Tierheim auf der Schwelle, vermutet Thomas Mielke. "Das geht von Schildkröten über Goldfische bis zu Hunden", berichtet der Leiter des Tierheims. Dabei gibt es in Hilden die Möglichkeit, Haustiere in den Ferien betreuen zu lassen: etwa im "Pfötchenhotel".

Die Rezeption sieht mit ihren vielen Fächern hinter der Theke aus wie ein gewöhnliches Hotel. Dort hat jedes dort untergebrachte Tier ein eigenes Fach. Hinter dem Tresen sitzt Dana Müller und nimmt gerade eine neue Anmeldung von Renate Weingarten-Sterling entgegen. Drei Tage soll ihr "Eddy" zunächst dort verbringen. Während dieser Zeit bekommt der kleine weiße Malteser im Pfötchen-Salon auch einen neuen, rassetypischen Fellschnitt.

Hunde, Katzen, Vögel und Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen, Ratten oder Frettchen nimmt die Tierpension auf. In ihrem Urlaub wohnen die Hunde meist mit einem weiteren Artgenossen in einem gekachelten Doppelzimmer. Die sind mit Decken, Kissen und Spielzeug ausgestattet. Sogar das gewohnte Futter von Zuhause kommt in den Napf.

Zusätzlich sind die 16 Tierpfleger mit den Vierbeinern viermal am Tag unterwegs. Auf dem Außengelände ist genügend Auslauf garantiert. "Zuhause hüten die Hunde dann erst einmal drei Tage das Körbchen, die sind dann echt kaputt", berichtet Christine Giepen. Denn für die feinen Nasen der Hunde gibt es hier mehr als sonst zu erschnüffeln, weiß die leitende Tierpflegerin des Hauses. Anschließend toben die Chihuahuas "Leila" und "Migo" mit dem Kelpie "Sid" und Mischling "Lubaja" auf dem Freigelände herum.

Labradordame "Emily" erfrischt sich dagegen lieber im hauseigenen Schwimmbecken, in dem eine speziell ausgebildete Physiotherapeutin die Tiere sogar behandelt. "Teilweise schauen sich die Katzen das aus ihren Zimmern oberhalb an", berichtet Christine Giepen. Nach dem ausgiebigen Bad fönt Pflegerin Saskia Bautz Labrador "Emily" wieder trocken. Während ihres Aufenthalts können die Tiere in der angeschlossenen Hundeschule einiges lernen. "Dann üben wir zum Beispiel das Laufen am Fahrrad oder machen Agility, ganz nach Wunsch", erklärt Giepen. Mit im Haus ist auch die Tierarztpraxis von Dr. Iris Ellermeier, die die Tiere bei ihrer Ankunft untersucht und auf Wunsch behandelt.

Die Marktlücke "Pfötchenhotel" entdeckte Wolfgang Goergens 1999. Der Geschäftsführer hatte damals das Problem, dass er niemanden fand, der auf seine Hunde aufpasste, während er verreiste. Mittlerweile gibt es zwei weitere Pfötchenhotels: eines in Berlin und eines in Jade an der Nordsee, in dem auch Hildener Vierbeiner Urlaub machen können.

Quelle: RP/rl
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