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Hilden
Ver(w)irrt im Schilderwald

Düsseldorf. Wie viele Verkehrszeichen in Hilden stehen, lässt sich kaum zählen. Pro Woche bekommt die Verwaltung zwei bis drei neue Anregungen von ihren Bürgern. Auch wenn nicht alle umgesetzt werden, ist die Tendenz steigend. Von Petra Czyperek

Fünf Verkehrsschilder, die an einem Pfahl untereinander hängen, können den Verkehrsteilnehmer durchaus überfordern – wie beispielsweise an der Hagelkreuzstraße. Ganz oben leuchtet das blaue Fahrradsymbol, darunter hängt der Hinweis "Fahrradstraße", dann heißt es: "Anlieger frei", das vierte Schild weist die Einbahnstraße aus, und ganz unten steht "Fahrrad frei".

Oder Temporegelungen wechseln auf nur wenigen Metern von 30 auf 50 und dann wieder auf 30, wie am Lindenplatz: "Wir haben in Hilden mit Sicherheit zu viele Schilder. Aber sobald wir eines abbauen, kommt ein Anruf, dass gerade dieses Verkehrszeichen dringend notwendig gewesen ist", sagt Beigeordneter Horst Thiele auf Anfrage. So könne man das untere Fahrradsymbol an der Hagelkreuzstraße beispielsweise "theoretisch wegnehmen". Das Tempo 50 Zeichen am Lindenplatz in Fahrtrichtung Baustraße sei jedoch notwendig. Dies ist im Stadtentwicklungsausschuss so entschieden worden. Die Tempo-30-Schilder an Unterführung und Bushaltestelle seien zur Sicherheit der Radfahrer und Fahrgäste aufgestellt worden. Wer zur Richrather Straße abbiege und nicht in die St.-Konrad-Allee (Tempo-30-Zone) wolle, könne anschließend wieder etwas schneller fahren.

Geteilte Meinung

Ein gutes Beispiel dafür, dass die Bürger-Meinungen auseinander gehen, ist der schmale Verbindungsweg auf der Bogenstraße zwischen Mozart- und Nordstraße. Bis vor wenigen Wochen war er am Anfang und Ende jeweils mit zwei rot-weißen Stangen abgesperrt und durch Piktogramme auf dem Pflaster für Fußgänger ausgewiesen. Seit einigen Wochen signalisieren dort zwei neue Schilder: "Fußgängerweg" und "Radfahrer frei".

Am Heißen Draht der Redaktion beklagte sich ein Anrufer über die seiner Meinung nach überflüssige Montage. Die bisherige Regelung sei ausreichend gewesen. Anwohnerin Margarethe Steffen hingegen findet das Schild gut und richtig: "Dort sind immer Fahrräder durchgefahren. Jetzt wissen die Fußgänger, dass sie mit Radlern rechnen müssen."

Karl-Heinz Steiner, der seinen Hund entlang der Bogenstraße Gassi führt, schätzt das Verkehrszeichen gar als "Gefahrenherd" ein. "An der langen Stange kann man mit dem Fahrrad leicht mit dem Lenker hängen bleiben." Auch für Inline-Skater sei die neue Beschilderung inklusive Pfahl ein Problem.

Wie viele Verkehrsschilder in Hilden insgesamt stehen, wissen Beigeordneter Horst Thiele und Sachbearbeiter Dieter Drieschner zwar nicht. "Viele davon stehen an Landstraßen. Dafür ist der Landesbetrieb Straßen zuständig." Doch die Tendenz sei steigend. Regelmäßig, etwa zwei- bis dreimal pro Woche, kämen neue Anregungen von Bürgern. Nicht alle werden umgesetzt.

Hilferuf vom Elbsee

In einem Fall habe man jedoch prompt reagiert: Ein regelrechter Hilferuf ereilte die Verwaltungs-Crew kürzlich vom "Elbverein". Die Straßen rund um den Elbsee seien gerade an schönen Wochenenden gnadenlos zugeparkt worden.

"Die Anwohner haben uns dringend gebeten, dort Halteverbotsschilder aufzustellen, weil selbst die Spielstraßen dicht waren", sagt Horst Thiele.

Quelle: RP
 
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