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Hilden/Haan
VHS sucht neuen Leiter - 70 Bewerber abgelehnt

Hilden/Haan: VHS sucht neuen Leiter - 70 Bewerber abgelehnt
FOTO: Staschik, Olaf (ola)
Hilden/Haan. Hilden und Haan suchen einen neuen Leiter für ihre Volkshochschule. Die Kommission mochte sich für keinen der 70 Kandidaten entscheiden, die Stelle wird erneut ausgeschrieben. Dabei hat die erste Ausschreibung bereits rund 30.000 Euro gekostet.  Von Christoph Schmidt

Seit 1. April ist die Stelle des Leiters der Volkshochschule Hilden-Haan vakant. Niklas Rahn hatte nach acht erfolgreichen Jahren von sich aus gekündigt. Die Position war daraufhin neu ausgeschrieben worden. 70 Bewerbungen gingen ein. "Die Auswahlkommission will keinen Bewerber vorschlagen", bestätigt Verbandsvorsteherin Bürgermeisterin Birgit Alkenings: "Die Verwaltung wird der am Mittwoch tagenden Zweckverbandsversammlung vorschlagen, die Stelle neu auszuschreiben."

In der Auswahlkommission sind fast alle Ratsfraktionen vertreten. Nur wenige Bewerber seien in die Endauswahl gekommen, berichtet Jörg Dürr, Vorsitzender der Zweckverbandsversammlung. Die Kandidaten mussten ein dreiteiliges Assessment-Center-Verfahren bestehen. Dabei hatten sie gemeinsam verschiedene Aufgaben zu lösen. Eine Auswahlkommission von Politikern hat sie dabei beobachtet und dann bewertet.

2008 hat der Bochumer Niklas Rahn die Leitung der Volkshochschule übernommen. Wer ihm folgt, ist noch offen. FOTO: Stephan Köhlen

Keiner hat das Assessment-Center bestanden

Dürr: "Keiner hat das gesetzte Quorum erreicht." Deshalb hat die Auswahlkommission einstimmig empfohlen, die Stelle neu auszuschreiben. Die Anforderungen an die neue VHS-Leitung sind hoch. Er/sie muss unter anderem einen pädagogischen Abschluss, Zusatzqualifikationen in Betriebswirtschaftslehre oder Verwaltung sowie fundierte Kenntnisse im Finanz-, Qualitäts- und Personalmanagement vorweisen können. "Er oder sie muss Mitarbeiter führen können", erläutert Dürr: "Das ist ein ganz wichtiges Kriterium."

Dann müsse auch die Wirtschaftlichkeit weiter erhöht werden. Hilden zahlt für die VHS in diesem Jahr gut 480.000 Euro Umlage, Haan 254.000 Euro. Beide Kommunen kämpfen mit Haushaltsdefiziten in Millionenhöhe. Die Volkshochschule ist zwar sehr wirtschaftlich (Etat 1,7 Millionen, 163.000 Euro weniger als im Vorjahr). Der Kostendeckungsgrad 1 ist von 1,05 (2010) auf (geplant) 1,23 (2016) gestiegen.

Harte Konkurrenz im Umland

Dabei steht die Volkshochschule Hilden-Haan unter einem hohem Konkurrenzdruck. Im Umkreis von 25 Kilometern gibt es fünf weitere Volkshochschulen mit dem zwölffachen Angebot. Deshalb müsse auch das Marketing der Bildungseinrichtung besser werden, betont Dürr: "Wir wollen uns ganz neue Zielgruppen erschließen." Aktuell hat die Volkshochschule rund 9500 Kunden pro Jahr. Sie bewerten die VHS mit der Schulnote 1,3. Der typische VHS-Kunde ist weiblich (70 Prozent), über 50 und Stammkunde (70 Prozent). Die Teilnehmerzahl im Verhältnis zu den Einwohnern liegt mit 11,4 Veranstaltungen pro 1000 Einwohner deutlich über dem NRW-Vergleichswert (9,1 Prozent). Mit 8,8 Veranstaltungen auf 1000 Einwohnern liegt die VHS Hilden-Haan beim Angebot deutlich über dem NRW-Vergleichswert (7,3).

Die Kosten für die erste Ausschreibung schätzte Bürgermeisterin Birgit Alkenings auf 25.000 bis 30.000 Euro. Ein Zeitplan für die zweite Ausschreibung sei noch nicht verabredet, so Jörg Dürr: "Das Leitungsteam sollte so schnell wie möglich entlastet werden." Kommissarischer VHS-Leiter ist Heiner Fragemann.

Quelle: RP
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