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Hilden/Monheim
Viele Spielautomaten sind manipuliert

Hilden/Monheim. Kontrollen in Monheim fördern zahlreiche Missstände zutage. Hilden streitet mit Spielhallen-Betreibern vor Gericht.

Manipulierte Automaten, illegale Zusatzspiele, ahnungslose Kunden: Das sind nach Angaben des Monheimer Rathaussprechers Thomas Spekowius Erkenntnisse einer gemeinsamen Kontrolle von Polizei und städtischer Ordnungsbehörde in zehn Monheimer Spielstätten und Kneipen. In allen habe es Missstände gegeben, sagt Spekowius. Die beanstandeten Automaten wurden beschlagnahmt und versiegelt. "Gegen die Betreiber werden Strafverfahren eingeleitet - unter anderem wegen illegalen Glückspiels." "Die Kreispolizei hat der Monheimer Stadtverwaltung bei dieser Aktion Amts- und Vollzugshilfe geleistet", bestätigte Sprecherin Claudia Partha.

Vorab hatten Fachleute des in Unna ansässigen Vereins "Arbeitskreis gegen Spielsucht" Polizisten und städtische Außendienstmitarbeiter aus Monheim sowie deren zu Schulungszwecken mit eingeladene Kollegen aus Hilden informiert. "Es gibt viele neue Entwicklungen auf dem Glücksspielmarkt", sagte Vereinsgeschäftsführer Jürgen Trümper. "Vor allem breitet sich eine Scheingastronomie aus, die ihre Umsätze nicht mit Kaffee und Schwarzwälder Kirschtorte macht, sondern mit Glücksspiel. Und bei Sportwetten gibt es zurzeit einen rechtlichen Schwebezustand."

Das bestätigte Hildens Ordnungsdezernent Norbert Danscheidt vor kurzem: Jede rechtliche Grauzone oder Lücke werde ausgenutzt. Derzeit streite die Stadt Hilden mit etlichen Spielhallen-Betreibern vor Gericht. Dabei soll es unter anderem um die Sperrzeit-Regelung gehen: Seit 2012 gilt, dass Spielhallen ausnahmslos von 1 bis 6 Uhr geschlossen haben müssen. Dagegen haben Betreiber mit alten Konzessionen geklagt - und halten einfach weiter geöffnet. Das Ergebnis einer Begehung der Spielhallen in Hilden steht noch aus.

Inhabern der beanstandeten Betriebe drohen neben Ordnungswidrigkeitsverfahren nun teilweise Geldbußen im fünfstelligen Bereich und die Aussicht, dass der Kontrolldruck durch die Ordnungsbehörde zunehmen wird. Auch die Kreispolizei werde Strafverfahren wegen illegalen Glückspiels einleiten. Neben Spielgeräten mit veralteter oder manipulierter Software wurden in Monheim vier Wettterminals sichergestellt. Vom Ergebnis des fünfstündigen Kontrollgangs zeigt sich Trümper wenig überrascht. "Insbesondere in gastronomischen Betrieben werden die Vorgaben oft umgangen und die Spielsucht damit weiter befeuert." Daher setze sich der Verein auch für ein Aufstellverbot von Geldspielgeräten außerhalb von Spielhallen ein.

(gök/mei)
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