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Hilden
Vor 141 Jahren: Zehn Sekunden still stehen für ein Foto

Hilden. Vor sechs Jahren präsentierte der Bergische Geschichtsverein Haan beim Bürgerfest zum Thema "Schulgeschichte" ein auf Hof Kamphausen gefundenes Schulkinderfoto aus dem Jahre 1875. Im Internet ist es veröffentlicht unter: www.zeitspurensuche.de/02/02bildha/haschkl2.jpg. Bis vor wenigen Tagen galt dieses Foto aus der Frühzeit der Fotografie nicht nur als das älteste, sondern auch als das einzige dieses Alters, das in Haan die Zeit überdauert hat. Aber nun ist ein ähnliches Foto in der Kircher Schmiede gefunden und dem Gruitener Geschichtsstammtisch übergeben worden. Es stammt ebenfalls aus dem Jahre 1875. Auch der Fotograf ist derselbe: Wilhelm Kratz aus Barmen-Rittershausen, also nicht aus der direkten Nachbarschaft. "Er hatte offenbar einen größeren Aktionsradius und fotografierte auch in der weiteren Umgebung von Barmen", erläutert Lothar Weller von den Gruitener Archiven.

"Die Gesichter der Haaner und Gruitener Kinder auf den Fotos sind wie versteinert, denn natürlich hatte der Fotograf ihnen eingeschärft, sich ja nicht zu bewegen, weil die Belichtungszeit damals im Vergleich zu heute sehr lang war. Einige Sekunden still stehen war erforderlich. Deshalb sieht man auch kein einziges Lächeln auf den Fotos, nicht einmal den Mund durfte man verziehen", erEinige der jüngeren Gruitener Schulkinder haben das aber offenbar nicht durchgehalten. Ihre Gesichter sind "verwackelt". Die Namen der Kinder auf den Fotos seien nach 141 Jahren nur schwer zu ermitteln. Das Foto zeigeauch den damaligen katholischen Pfarrer und den Schullehrer: Pfarrer Zietz (links) amtierte 1859-84 in Gruiten. Er ist der "Bauherr" der neuen katholischen Kirche Gruitens, die 1879 fertiggestellt worden ist. Lehrer Kamp (rechts) war 1872-1878 im Amt. Er war der letzte, der gleichzeitig auch Küster der katholischen Gemeinde war. Nach ihm wurde das Küster- vom Lehreramt getrennt. Bekannt ist auch der Aufnahmeort des Gruitener Fotos. Die Gruppe steht vor dem damaligen Schulgebäude "Kremers", das direkt an die Welschenmauer grenzt. Das hat der Geschichtsstammtisch durch Vergleich mit anderen alten Fotos sicher festgestellen können.

Quelle: RP
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