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Hilden/Haan
Wahlkreis 104 - das müssen Sie wissen

Das Lexikon zur Bundestagswahl 2017
Das Lexikon zur Bundestagswahl 2017 FOTO: dpa, Julian Stratenschulte
Hilden/Haan. Michaela Noll gewann gegen Peer Steinbrück (SPD) 2013 und 2009. SPD-Herausforderer diesmal: Jens Niklaus Von Stephan Meisel und Gökçen Stenzel

Wenn bei der Bundestagswahl am 24. September die Stimmen ausgezählt werden, hofft die CDU-Abgeordnete Michaela Noll aus Haan auf ihr drittes Direktmandat hintereinander in der Südhälfte des Kreises. Bei den beiden vorangegangenen Wahlen hatte sie jeweils vor Ex-Ministerpräsident und Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) die Nase vorne. Dabei baute sie den Vorsprung gegenüber Steinbrück vor vier Jahren im Vergleich zu 2009 von 10,6 auf 14,9 Prozentpunkte aus. Diesmal tritt für die SPD Jens Niklaus an, hinzu kommen Direktbewerber von vier weiteren, aussichtsreichen Parteien.

Zu welchem Wahlkreis gehören Hilden und Haan? Beide Städte bilden gemeinsam mit Langenfeld, Monheim, Mettmann und Erkrath den Wahlkreis 104 (Mettmann I).

Wer bewirbt sich im Wahlkreis 104 (Mettmann I)? Die Direktkandidaten der aussichtsreichsten Parteien: Michaela Noll aus Haan (CDU), Jens Niklaus aus Haan (SPD), Jörn Leunert aus Mettmann (Grüne), Dieter Karzig aus Langenfeld (Linke), Martina Reuter aus Hilden (FDP), Martin E. Renner aus Haan (AfD).

Wie schnitten die Parteien und ihre Direktbewerber bei den Wahlen 2013 ab? Michaela Noll hat in Hilden 50,9 Prozent der Erststimmen eingefahren, in Haan sogar 60,5 Prozent. Das waren bayerische Verhältnisse. Nicht schlecht war es, allerdings auf niedrigerem Niveau, auch bei Steinbrück. In Hilden hat er bis zu 41,6 Prozent bei den Erststimmen, in Haan bis zu 40,9 Prozent erhalten. Zum Vergleich: Im Bund erhielt die SPD 25,6 Prozent der Zweitstimmen. Die Grünen holten 7,6% der Zweitstimmen im Wahlkreis, die FDP 4,7 % und Linke sowie AfD jeweils 5,1%; deren vier Direktkandidaten holten jeweils weniger Stimmen als ihre Parteien. "Es ist nicht egal, ob man über die Landesliste der eigenen Partei in den Bundestag kommt oder ob man den Wahlkreis direkt gewinnt", kommentierte die in Berlin vor allem als Familienpolitikerin der Christdemokraten etablierte Rechtsanwältin Noll am Wahlabend ihr eigenes Abschneiden. "Das ist ein ganz anderes Gefühl, denn jetzt weiß ich: Ich bin es, von der sich die Leute hier vertreten fühlen!" Die SPD hatte mit der Nominierung des nicht im Kreis Mettmann wohnenden Kanzlerkandidaten Steinbrück vergeblich auf dessen Promifaktor gebaut. Seine Nachfolge als Abgeordneter will Niklaus antreten; die Landesliste sieht für ihn Platz 45 vor.

Wichen die Ergebnisse 2013 in Hilden und Haan vom Gesamtergebnis des Wahlkreises 104 nennenswert ab? In Hilden erreichte die CDU 41,4 Prozent. Die SPD (29,9%) übertraf hier den Wahlkreis insgesamt ein wenig. In Haan sah es ähnlich aus bei den Zweitstimmen: 41,9 % für die CDU, 27,2 für die SPD. Die Gartenstadt bewies einmal mehr, eine liberale Hochburg zu sein. Die FDP brachte es dort auf knapp acht Prozent.

Wie ist der Stand der Wahlvorbereitungen in Hilden und Haan? Beide Stadtverwaltungen haben die Benachrichtigungskarten versendet. Und die Wahlbüros in beiden Rathäusern nehmen Briefwahl-Anträge und auch dort ausgefüllte Stimmzettel bereits entgegen. Man kann den roten Briefumschlag auch in den Wahlbüros abgeben oder in die Rathausbriefkästen einwerfen. Wer seine beiden Stimmen per Briefwahl abgeben möchte, muss sie rechtzeitig wegschicken. Etliche gesendete Stimmzettel zur Landtagswahl kamen zuletzt erst nach der Auszählung rein.

Quelle: RP
 
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