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Hilden
Waldbad wappnet sich für Badesaison

Hilden: Waldbad wappnet sich für Badesaison
Mit dem Rasenmäher verpasst Rexhep Hajredini den Liegewiesen im Waldbad den ersten Formschnitt für die bevorstehende Freibad-Saison. FOTO: Olaf Staschik
Hilden. Bald können Wasserratten und Badenixen endlich wieder den Sprung ins kalte Wasser wagen: Das Waldbad eröffnet am 11. Mai die Badesaison. Sieben Mitarbeiter sind damit beschäftigt, das Freibad für den hoffentlich großen Ansturm bestmöglich zu rüsten. Von Daniele Funke

Noch präsentiert sich das Waldbad in nahezu jungfräulicher Stille. Kein Babygeschrei, kein Gegröle einiger Halbstarker, kein Schmerzgebrülle nach Wespenstich. Einzig ein Rasenmäher, der seine akkuraten Bahnen über die Liegewiesen zieht, übertönt das Zwitschern der Vögel. Frische Luft ohne eine Brise Sonnenmilch oder Frittenfett. Keine Welle bewegt die im Sonnenlicht glitzernde Wasseroberfläche im 1,90 Meter tiefen Schwimmerbecken, alles scheint bereit für den Badesaisonstart.

Aber obwohl das Becken schon auf Fliesenschäden untersucht und gereinigt wurde, das alte Wasser abgelassen, das neue eingefüllt worden ist, ist eine Nutzung zurzeit (noch) undenkbar. "Wir haben das Wasser jetzt hochkonzentriert mit Chlor angereichert. Darin sollte noch niemand schwimmen. Zum anderen darf das Schwimmbad eh erst nach einer Wasserprobenuntersuchung durch das Hygieneinstitut freigegeben werden", erklärt Thomas Kaiser, seit 19 Jahren Betriebsleiter im Waldbad. Übermäßig viele Schäden im Vergleich zu den Vorjahren hat es diesen Winter nicht gegeben. Nur einige wenige Meter Fliesen mussten erneuert werden. "Deshalb bleibt im Winter überhaupt Wasser in den Becken", sagt Sabine Müller, Sprecherin der Stadtwerke, "der Druck des Wassers gegen die Wände sorgt dafür, dass die Fliesen während der Kältezeit nicht abfallen." Ebenso schützt eine Enteisungsanlage vor schwerwiegenden Schäden, weil sie ein Zufrieren verhindert.

Bereits seit Anfang März arbeiten die Mitarbeiter daran, das Waldbad startklar zu machen. "Das braucht alles Zeit. Alleine das Aufwärmen des Wassers auf Badetemperatur benötigt 14 Tage. So vermeiden wir, dass Spannungsschäden entstehen", erklärt Thomas Kaiser. Aber nicht nur die Schwimmbecken brauchen nach der Winterpause ein Update: Auch Rutschen und Sprungtürme müssen genauestens auf Schäden untersucht, der teils abgebaute Spielplatz wieder vervollständigt, Gebäude und Sanitäranlagen gereinigt, Hecken zurückgeschnitten werden.

Bestenfalls werden es auch in dieser Sommersaison wieder, wie vor zwei Jahren, weit über 100 000 Besucher sein, die im Waldbad "ins Schwimmen geraten". "Wir haben die Preise nur teilweise und dann auch nur minimal angehoben, dazu gibt es Sonderrabatte, wie die übertragbare Geldwertkarte, so dass wir bei einem schönen Sommer durchaus optimistisch sein dürfen", sagt Sabine Müller.

Für Thomas Kaiser ist ein durchgehend schöner Sommer gar nicht mal zwingend nötig, um gute Besucherzahlen zu erzielen. Die Menschen müssten einfach nur lernen, gegen den Strom ihrer Gewohnheiten zu schwimmen. "Den meisten fehlt schlichtweg die Spontanität. Wenn die Sonne scheint, tagt erstmal der Familienrat. Dann wird der Schwimmbadbesuch auf den übernächsten Tag verschoben - und da ist es ja bei unserem unbeständigen Wetter oft schon vorbei mit dem Sonnenschein. Also lieber mal alles stehen und liegen lassen und her kommen."

Quelle: RP
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