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Hilden/Haan
Was die Rathaus-Chefinnen verdienen

Hilden/Haan. Die Geschäftsführer aller städtischen Gesellschaften müssen ihre Bezüge offenlegen. Die Bürgermeister tun es auch. Von Christoph Schmidt

Hildens Bürgermeisterin Birgit Alkenings (ledig, keine Kinder) hat im vergangenen Jahr ein Bruttojahresgehalt von 103.492 Euro bezogen. Das ist kein Geheimnis. Einmal im Jahr teilt sie ihr Gehalt und sämtliche Nebeneinkünfte "im Interesse maximaler Transparenz" dem Stadtrat mit. So wie dieser Tage: "Es zu veröffentlichen, gehört für mich bei öffentlichen Ämtern dazu." Bürgermeister müssen ihr Gehalt nicht veröffentlichen, wohl aber ihre Nebentätigkeiten dem Rat anzeigen. Alkenings Angaben kann jeder auf der städtischen Homepage unter www.hilden.de nachlesen. Das hat Alkenings von ihrem Vorgänger Horst Thiele übernommen, der sein Gehalt seit 2009 veröffentlichte. Alkenings hatte 2015 12.767 Euro Einnahmen aus 32 Nebentätigkeiten. Vergütungen mit mehr als 6000 Euro im Kalenderjahr müssen abgeführt werden.

Auch Haans Bürgermeisterin Bettina Warnecke (verheiratet, drei Kinder) macht aus ihrem Bruttojahresgehalt kein Geheimnis. 110.038 Euro hätte sie 2015 verdient - auf das ganze Jahr gerechnet zuzüglich 6912 Euro Kindergeld. Zur Erinnerung: Warnecke wurde im September direkt von den Haanern gewählt und trat ihr Amt erst am 21. Oktober 2015 an. Warnecke hatte im vergangenen Jahr nur 610 Euro Einnahmen aus drei Nebentätigkeiten. Die Haaner Bürgermeisterin will ihr Bruttojahresgehalt auf der Haaner Stadtseite veröffentlichen.

Stadtverwaltungen sind mit Wirtschaftsunternehmen zu vergleichen, schaut man sich ihre Bilanz und die Zahl der Mitarbeiter an. Birgit Alkenings ist Chefin von rund 900 Mitarbeitern und verantwortet in diesem Jahr ein Budget von gut 164 Millionen Euro. Ihre Haaner Amtskollegin steht rund 320 Mitarbeitern vor und will in diesem Jahr rund 97,7 Millionen Euro ausgeben. Verglichen damit werden hauptamtliche Bürgermeister nicht besonders üppig bezahlt. Die Geschäftsführer von städtischen Gesellschaften verdienen weitaus mehr. Sie müssen ab 2015 ihre Bezüge im Bundesanzeiger veröffentlichen. Das gilt übrigens auch für die Einzelbeträge, die Aufsichtsräte erhalten. Der Chef der Hildener Stadtwerke, Hans-Ullrich Schneider, erhielt 2014 ein Bruttogehalt von 196.000 Euro. Seine 151 Mitarbeiter erwirtschafteten einen Umsatz von knapp 64 Millionen Euro und erzielten einen Gewinn von 3,329 Millionen Euro. Zu den Spitzenverdienern bei den Chefs von kommunalen Gesellschaften zählen die Sparkassen-Vorstände. Jörg Buschmann ist Chef der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert. Sie beschäftigte 2014 727 Mitarbeiter und erzielte bei einem Bilanzvolumen von 3268,2 Millionen Euro einen Gewinn von 4,419 Millionen Euro. Buschmann erhielt als Vorstandsvorsitzender ein Gehalt von 439.300 Euro, sein Stellvertreter Wolfgang Busch 422.400 Euro und Vorstand Josef Stopfer 406.300 Euro.

Auch der Chef der Stadtwerke Haan verdient deutlich mehr als Bürgermeisterin Bettina Warnecke. Geschäftsführer Stefan Chemelli erhielt 2014 ein Gehalt von 152.431 Euro. Die Stadtwerke Haan haben 38 Mitarbeiter, erlösten 17,358 Millionen Umsatz und erzielten einen Gewinn von 1,62 Millionen Euro.

Die Stadtsparkasse Haan verbuchte im Geschäftsjahr 2014 eine Bilanzsumme von 673 Millionen Euro und erzielte einen Gewinn von 156.000 Euro. Das kommunale Geldinstitut beschäftigt 119 Mitarbeiter und wird von zwei Vorständen geleitet. Vorstandsvorsitzender Udo Vierdag wurde mit 278.666 Euro honoriert, sein Vorstandskollege Axel Weber mit 212.428 Euro.

Quelle: RP
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