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Hilden
Weihnachtshaus bleibt diesmal dunkel
Hilden: Weihnachtshaus bleibt diesmal dunkel
Bis zu 200 000 Besucher pro Jahr lockte das mit 160 000 Glühlämpchen illuminierte Haus von Familie Bajorat an der Siemensstraße an. FOTO: RPO
Düsseldorf. In diesem Jahr wird die Weihnachtsattraktion, die selbst Gäste aus Österreich nach Hilden lockte, die Menschen nicht erfreuen: das Weihnachtshaus an der Siemensstraße 5a. „Ich bin selbst sehr traurig, dass wir in diesem Jahr unsere Festbeleuchtung im amerikanischen Stil nicht erstrahlen lassen können, die bis zu 200 000 Menschen pro Jahr vor unsere Wohnhaus gelockt hat und mit denen wir gern bei Speis und Trank geplauscht haben“, sagt Uwe Bajorat.

Gesundheitliche Probleme

Allein 160 000 Glühlampen installierten der Dachdeckermeister und zahlreiche ehrenamtliche Helfer im vergangenen Jahr. Selbst Bürgermeister Günter Scheib kam schon vorbei, um als Erster die Beleuchtung anzumachen. Nun reißt die liebgewordene Tradition, die er gemeinsam mit Ehefrau Sabine aufrechterhalten hat, nach 14 Jahren ab. „Es gibt keinen Rosenkrieg zwischen uns, der dazu geführt hat. Auch die Stromkosten sind nicht der Grund. Gesundheitlich sind der Aufbau und der Empfang der vielen Gäste 2007 nicht zu bewältigen. 2008 leuchtet unser Heim wieder“, sagt Bajorat. Der Handwerksbetrieb laufe derweil weiter. Die Weihnachtsdekoration hält Uwe Bajorat bis 2008 sicher verstaut. „Es wird ein komisches Gefühl sein, zur Weihnachtszeit in einem dunklen Haus zu sitzen. Um mich davon nicht deprimieren zu lassen, werde ich viele Weihnachtsmärkte besuchen, was ich in den vergangenen 14 Jahren wegen der Aktion nicht geschafft habe. Ansonsten feiere ich mit meiner Familie wie gewohnt“, erklärt er. Nur ein geschmückter Weihnachtsbaum wird denen entgegen leuchten, die in der Weihnachtszeit vergeblich vor dem Haus an der Siemensstraße stehen. „Gerade für die auswärtigen Gäste tut mir dies leid. Hoffentlich sind sie nicht zu enttäuscht und kommen 2008 wieder. Das hofft auch Volker Hillebrand, Geschäftsführer des Stadtmarketing, aus zwei Gründen. „Persönlich hat mir das Weihnachtshaus unheimlich gut gefallen. Außerdem macht diese außergewöhnliche Idee und das Aktivwerden ganz normaler Bürger unsere Stadt für Auswärtige einfach sympathisch.“ Auch wenn das Ausbleiben der Weihnachtshaus-Besucher nicht für den Einzelhandel spürbar würde, steht für Hillebrand fest: „Hilden kam durch das Weihnachtshaus überregional in aller Munde, gerade wenn Weihnachten viele große Städte auch ihre Angebote machten. So etwas brauchen wir.“

Kutsche vom Weihnachtsmarkt

Eine Kutsche verband das Weihnachtshaus direkt mit dem Hildener Weihnachtsmarkt. „Welche Folgen für die Standbetreiber dort spürbar werden, wenn das Weihnachtshaus dunkel bleibt, müssen wir abwarten“, sagt Horst Welke, Vorsitzender der organisierenden Hildener Werbegemeinschaft. Er rechnet weiterhin mit 100 000 Besuchern beim Weihnachtsmarkt.

Quelle: RP
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