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Kreis Mettmann
Welcher Vogel brütet denn da?

Kreis Mettmann: Welcher Vogel brütet denn da?
FOTO: Yerpo
Kreis Mettmann. Zum Frühling gehört Vogelgezwitscher. Doch welche Vögel nisten hier? Von Pascal Conrads

Wenn Hans-Joachim Friebe und Volker Hasenfuß im Herbst die rund 340 Brutkästen im Stadtgebiet inspizieren, sind die Vögel eigentlich schon lange weg. Die zwei Hobby-Ornithologen aus Haan wissen dennoch sofort, welche Vogelart wo genistet hat.

Friebe erklärt: "Der Kleiber zum Beispiel benutzt zum Nestbau als einziger Vogel Kiefernschuppen." "Eine weitere Besonderheit ist, dass er die Nistkästen mit Lehm abdichtet.", ergänzt Volker Hasenfuß. Spezielle Nisthilfen gibt es für die Schleiereule. Diese sei aber über die Jahre einfach verschwunden. Der Uhu stehe in Konkurrenz um Nahrung mit der Eule und könnte diese vertrieben haben. Hans-Joachim Friebe meint, in seiner Jugendzeit die letzten gesehen zu haben.

Volker Hasenfuß, Hobby-Ornithologe aus Haan, mit einem Nistkasten für den Feldsperling. FOTO: Olaf Staschik

Der Kleiber nutzt auch größere Nistkästen. Er klebt die Löcher einfach mit Lehm zu. Der Kiebitz ist, wie das Rotkehlchen, ein sogenannter Bodenbrüter. Er baut sein Nest in Weiden-, Feld- und Waldnähe mit Grashalmen und kleinen Stöcken. Der Balzkünstler kann im Vergleich so groß wie eine Taube werden. "Seine Eier wurden regelmäßig bis Mitte der 90er an der holländischen Küste gesammelt und gegessen.", erzählt Hasenfuß. Die Eier galten als Delikatesse und der Kiebitz ist Zweitbrüter; er legt also noch einmal Eier. Anfang März beginnt die Brutsaison. Sammeln darf man die Eier aber nicht mehr. Die Bestände des Kiebitz seien stark rückläufig, auch weil er sehr mit seinen Nistplätzen verbunden sei, sagt Hasenfuß. Als Bodenbewohner nehme er zudem keine Nistkästen an. Hans-Joachim Friebe erzählt, dass die Tierschützer mit der Stadt Haan um Ausgleichplätze streiten. Ackerrandstreifen, die die Bauern nicht bewirten, könnten helfen, neue Nistplätze zu schaffen. Die Heckenbraunelle nistet, ganz dem Namen nach, in Hecken. Oft treffe man das Tier in Gruppen mit drei Vögeln an, erklärt der Hasenfuß. Auch die Heckenbraunelle nistet meist ab Ende März, Anfang April. Das komme immer auch auf das Nahrungsangebot an. Viele Vögel seien Insektenfresser und wenn es nicht genug oder gar keine Insekten gebe, sei das schlecht. Das Rotkehlchen frisst ebenfalls Insekten, nehme aber auch mal Fettknödel aus dem Supermarkt. Auch in Hecken sei das Rotkehlchen zu finden. Der Bestand des Tieres sei gesund, gibt Friebe zu verstehen. Finden kann man es den ganzen Tag, wenn man zuhört.

Quelle: RP
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