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Auf Ein Wort Hanno Nell
Weltuntergangsstimmung

Hilden. Wie ging es Ihnen bei dem Unwetter vorgestern? Ein Freund schrieb mir aus Bielefeld von Blitz, Donner, Hagel, Sturm und gigantischen Regenmassen: "Hier geht grad seit einer halben Stunde die Welt unter." Die Anhänger der sogenannten Bielefeld-Verschwörung, die mit mehr oder weniger Augenzwinkern behaupten, Bielefeld gebe es gar nicht, konnten nicht triumphieren - die Welt ging weder dort noch anderswo unter. Land unter gab es aber durchaus in unseren Breiten, und zwar so, dass manchen Angst und Bange wurde.

"Hilf mir, Gott, das Wasser steht mir bis zum Hals" heißt es sprichwörtlich im 69. Psalm (in der Übersetzung der Zürcher Bibel) sowie "die Flut reißt mich fort". Auch abseits von Hochwassergebieten sind bei uns die "Wasserstandsmeldungen" manchmal so, dass uns das Wasser bis Oberkante Unterlippe steht wie beim Beter des 69.Psalms, der schlimme Verfolgung erlebt. Dafür muss man nicht als Menschenrechts-Aktivist (mit oder ohne Folter) in einem türkischen Gefängnis sitzen. Auch durch eine schlimme Krankheit oder den Tod eines lieben Menschen kann man den Eindruck haben, dass einem die Welt untergeht. Dass man Halt braucht, weil alles ins Wanken gerät.

Wie der Beter des 69. Psalm können wir dann um Gottes Nähe und Schutz beten und hoffentlich erleben, dass unser Herz wieder auflebt (Psalm 69,33) - so dass andere sich womöglich die Augen reiben und verwundert sagen: gibt's doch gar nicht!

HANNO NELL IST PFARRER DER EV.-REFORMIERTEN KIRCHE HAAN-GRUITEN

Quelle: RP
 
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