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Hilden
Werbe-Idee: Hilden ist "Export City"

Hilden: Werbe-Idee: Hilden ist "Export City"
Das 3M-Werk Hilden ist der größte Produktionsstandort des amerikanischen Technologie-Konzerns in Europa. In der erweiterten Laboranlage sollen ab 2018 neue Produkte entwickelt werden. FOTO: obs/3M Deutschland
Hilden. Wirtschaftsförderung legt Stärken-Schwächen-Analyse vor: "Bestandspflege ist wichtiger als Neuansiedlung." Von Christoph Schmidt

Der Wirtschaftsstandort Hilden hat viele Stärken und leistet sich nur wenig Schwächen. Das ist das Ergebnis eines Stärken-/Schwächen-Profils, das Wirtschaftsförderer Peter Heinze im Fachausschuss vorstellte. Stärken: Die Zahl der Arbeitslosen ist zwischen 1800 und 2000 stabil (Quote: 6,1 Prozent). Mit aktuell 21.691 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Stand: Dezember 2015) nehme Hilden eine "Spitzenstellung" im Vergleich mit anderen Mittelstädten ein: "Hilden hat heute 1000 Jobs mehr als im Juni 2012 und 1500 Jobs mehr als im Juni 2012." Die größte Steigerung habe es im Dienstleistungsbereich gegeben. Ungewöhnlich: Das produzierende Gewerbe in Hilden habe seit 2009 Jahr für Jahr weitere neue Arbeitsplätze geschaffen.

Die Hildener Industrie weise eine außergewöhnlich hohe Exportquote (56,45 Prozent/NRW: 35,75 Prozent) auf. Das könnte zu einer neuen "Marke" werden, schlug Heinze vor: "Export City Hilden Rheinland". Auch mit der hervorragenden Verkehrsanbindung könne Hilden punkten. Als Schwächen nannte Heinze die fehlende Breitband-Versorgung (ist in Arbeit), dass die Stadt Firmen keine Subventionen zahle (ist auch nicht geplant) sowie die hohen Grundstückspreise (der Nähe zu Düsseldorf geschuldet). Die städtische Wirtschaftsförderung habe in diesem Jahr bereits 58 Angebote geschrieben: "Das bedeutet alle zwei Tage eins. Für mich ein sehr guter Wert."

Die Wirtschaftsförderung müsse aktiver auf umsiedlungswillige Firmen zugehen, forderte Roland Krüger (Allianz): "Wir dürfen nicht warten, bis die zu uns kommen." Die Kreis-Städte haben vereinbart, dass man sich nicht gegenseitig Unternehmen abwirbt, erläuterte Wirtschaftsdezernent Norbert Danscheidt. Auch Stefan Rüscher (FDP) forderte mehr kommunale Anstrengungen, um Betriebe in Hilden neu anzusiedeln. Viele Firmen blieben am Ende doch da, wo sie sind, berichtete Danscheidt: "Wir können gar nicht so viele Betriebe neu ansiedeln wie wir bereits in Hilden haben. Deshalb ist die Bestandspflege aus meiner Sicht wichtiger als die Neuansiedlung - auch wenn sie viel Zeit kostet." Warum ist trotz all dieser positiven Zahlen die Gewerbesteuer in Hilden so auffällig eingebrochen? Konzerne könnten durch interne Verrechnungsmöglichkeiten und Verlustabschreibungen steuern, wo sie wie viel Gewerbesteuern zahlen, erläutert Danscheidt: "Dadurch kann auch an einem wirtschaftlich erfolgreichen Standort die Gewerbesteuer schrumpfen."

Ulrich-Joachim Knak (AfD) hinterfragte kritisch Sinn und Erfolg des Stadtmarketings. Das Büro Dr. Jansen aktualisiert gerade das Einzelhandelsgutachten, antwortete Danscheidt: "Es basiert auf den Zahlen von 2005, als die Stadtmarketing GmbH gegründet wurde. Alle Parameter haben sich seitdem erhöht. Die Entwicklung in Hilden ist deutlich besser als in vergleichbaren Kommunen ohne professionelles Stadtmarketing." Nur einige wenige Einzelhändler engagierten sich im Stadtmarketing-Verein, räumte er ein: "Viele nicht. Einzelhändler heißen so, weil sie einzeln handeln." Der 2005 gegründete Stadtmarketing-Beirat habe nicht funktioniert und sei deshalb 2010 abgeschafft worden: "Der Aufsichtsrat funktioniert deutlich besser."

Quelle: RP
 
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