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Hilden
Wetter trübt die Winterdorf-Stimmung

Hilden: Wetter trübt die Winterdorf-Stimmung
Nicole Bauer verkauft im zweiten Jahr gebrannte Mandeln und Lebkuchenherzen im Winterdorf. Sie ist wenig begeistert, wenn Regenschauer wieder einmal eine Tagesbilanz verhageln FOTO: Köhlen
Hilden. Händler sind von den Umsätzen nicht begeistert. Die schwachen Besucherzahlen schieben sie auf Regen und Schnee Von Ralf Geraedts

Hilden sei kein Touristenort, stellt Matthias Plenkers nüchtern fest. Da beginne das Tagesgeschäft an dem Glühweinstand im Winterdorf eigentlich erst gegen 17 Uhr. "Und wenn es dann zu regnen anfängt, ist das nicht gut für den Umsatz." Der Glühweinlieferant habe Donnerstag berichtet, ähnliche Wetter-Umsatz-Erfahrungen hätten viele Anbieter im Umkreis zu machen. "In Süddeutschland dagegen läuft es wie verrückt", zitiert Plenkers, der seit 13 Jahren beim Winterdorf mitmacht, den Lieferanten.

Die Stimmung unter den Winterdorf-Händlern ist spürbar gedämpft. "Es hat gut angefangen und ist dann von Tag zu Tag ruhiger geworden", berichtet Klaus Glier, der seiner Frau Elisabeth hilft, die liebevoll gehäkelten und genähten Puppenkleider und -pullover zu verkaufen. "Unser Gradmesser ist das Kinderkarussell. Wenn es steht, ist nichts los in der Stadt." In der Tat, die Fußgängerzone hat schon mehr Menschen gesehen als gestern Nachmittag.

Wie sieht der Karussell-Betreiber selbst den bisherigen Winterdorf-Umsatz? "Katastrophal", ist das erste Wort, das Markus Herweg sagt. Es sei viel zu nass. Besucherzahlen und Umsätze seien zu niedrig.

"Wir können alle nichts für das Wetter", sagt Sandra Schlipköter. Ihren Magnetschmuck hat sie in den letzten Jahren nur auf dem Weihnachtsmarkt angeboten. Die Winterdorf-Teilnahme ist für sie ein Test. Die Atmosphäre gefällt ihr, die Stimmung unter den Kollegen auch. Die Umsätze könnten besser sein. Katrin Schmitz, die Backfisch brät, hat ebenfalls in ihren Umsatzerwartungen noch viel Luft nach oben.

Sabine Ostgathe, die gegenüber Schmucksteine anbietet, schaut auf die Frage nach ihrer Winterdorf-Zwischenbilanz lange und schweigt vielsagend. "Nach dem großen Start-Wochenende geht es Tag für Tag runter." In Hilden steht sie erstmals auf dem Winterdorf. Bisher verkaufte sie auf Märkten in Solingen und hatte dort von der guten Stimmung in Hilden gehört. Sie findet, ein größerer und vor allem längerer Weihnachtsmarkt auf dem alten Markt würde sich gut machen.

Carolyn May, die gerade ihren Söhnen David und Dominik bei der Fahrt auf dem Kinderkarussell zusieht, fände auch einen größeren und längeren Weihnachtsmarkt schöner. In diesem Jahr sei sie erstmals nach Eröffnung des Winterdorfes in der Fußgängerzone. Im vorigen Jahr habe sie mit der Familie den Weihnachtsmarkt in Langenfeld mit seiner Eislauffläche genossen.

An einem der Tische vor dem Glühweinstand von Matthias Plenkers stehen Frank und Heike Fritz. "Wir sind immer mal wieder hier", erzählen die beiden und nippen am Glühwein. Auch Sonntag nach dem Schneefall waren sie auf dem Markt. "Wir waren ganz erstaunt, dass es so leer war! Dabei hat der Schnee die Atmosphäre erst recht abgerundet", sagt Heike Fritz. Schnee statt Regen, das wär' vielleicht ein Erfolgsrezept.

Quelle: RP
 
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