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Hilden
Whats-App-Betrüger muss zahlen

Hilden. Naiv sei sie gewesen. Vielleicht auch dumm. Wie es dazu kommen konnte, dass sie einem mehr oder weniger Fremden innerhalb weniger Wochen insgesamt 5700 Euro lieh, die sie bis heute nicht zurückbekommen hat - das könne sie sich nicht mehr so recht erklären, sagte die 30-jährige Grundschullehrerin aus Hilden gestern vor dem Langenfelder Amtsgericht. Der 28-Jährige, dem sie das Geld geliehen hatte, saß auf der Anklagebank. Die beiden hatten sich über ein Dating-Portal kennengelernt. Man sei sich sympathisch gewesen, habe gemeinsame Bekannte gehabt und sich schließlich über Whats-App geschrieben. Dort teilte der 28-Jährige aus Meinerzhagen Anfang Dezember 2015 mit, dass er Geld brauche. Es fing an mit 400 Euro, die er für die Reparatur seines Autos benötige, um zu einem ersten Treffen nach Hilden zu kommen.

In den nächsten Tagen und Wochen folgten weitere Beträge. Die Lehrerin zahlte wieder und wieder; insgesamt sechsmal und Summen unterschiedlicher Höhe. Am Ende lieh sie sich sogar Geld bei der Bank und bei der Schwester. Sie habe sich verantwortlich gefühlt, ihn nicht hängenlassen wollen, sagte sie. Der Richter sprach von "einem Fehler in der Lebenskonstruktion" des Angeklagten und von "Betrug", und zwar gewerbsmäßig. Die Strafe: zehn Monate auf Bewährung. Außerdem muss der Angeklagte das Geld zurückzahlen.

(bine)
 
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