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Hilden
Wie Kinder gesundes Kochen lernen können

Hilden: Wie Kinder gesundes Kochen lernen können
Kinder kochen in Langenfeld: Lisa, Felix, Viviana, Gudrun Pekel und Ben (v. li.). Der ein oder andere war zuvor nicht begeistert, aber dann hatten doch alle viel Spaß. FOTO: Ralph Matzerath
Hilden. Die Volkshochschulen bieten Ferienkurse an, in denen Schüler erfahren, was alles zu einem selbst gekochten Gericht gehört. Von Daniele Funke

Ben schaut skeptisch in den Topf mit den kochenden Spagetti. "Wie lange sollen die Nudeln denn wohl noch drin bleiben?" fragt der zwölfjährige die fast gleichaltrige Lisa, aber die zuckt auch nur mit den Schultern. Kursleiterin Gudrun Pekel bekommt die Ratlosigkeit ihrer beiden Kochschüler mit und erklärt: "Insgesamt neun bis zwölf Minuten, dann sind sie al dente, also bissfest, schaut immer am besten auf die Verpackung."

Pommes, Currywurst, Hamburger und Chicken Nuggets sind zweifellos lecker, gehören aber nicht zu dem, was man unter gesunder Küche versteht. Damit auch Kinder und Jugendliche lernen, wie nahrhafte Mahlzeiten frisch und abwechslungsreich zubereitet werden können, bieten die Volkshochschulen in Langenfeld und in Hilden regelmäßig in den Ferien einen Kochkursus für Schüler an. Die VHS Hilden/Haan kocht zum einen mit 13- bis 17-Jährigen, zum anderen mit Grundschulkindern zwischen acht und zehn Jahren (siehe Box). In Langenfeld sind Zehn- bis 14-jährige angesprochen.

Ben und Lisa nehmen das erste Mal an einem Kochkursus teil. "Am Anfang hatte ich keine Lust darauf, aber meine Mutter wollte unbedingt, dass ich in den Ferien auch etwas lerne, naja, jetzt bin ich hier - und es macht Spaß", sagt Ben, während er vorsichtig das Nudelwasser unter dem kritischem Blick von Gudrun Pekel abschüttet.

An einer anderen Arbeitsplatte in der Kochküche der VHS bereiten Mayla und Viviana den Nachtisch zu: Erdbeerquark. "Wir machen zu Hause öfters mal Eis selbst und das hier ist auch ganz einfach. Wir schütten Quark, Milch und Vanillezucker zusammen, rühren das um und geben dann noch die Erdbeeren dazu", sagt die zehnjährige Mayla. Viviana füllt den Quark in Gläser und stellt ihn in den Kühlschrank. Auf dem Herd brodelt die Bolognese, ein Duft von Knoblauch, Sellerie und Tomaten zieht durch die Großküche. "Wenn ich sehe, wie voll die Regale in den Supermärkten sind mit Fixprodukten und ich davon ausgehe, dass die Nachfrage dementprechend ist, kann man sich vorstellen, wie wenig heutzutage überhaupt noch frisch zubereitet wird. Es ist aber wichtig, dass Kinder das auch lernen", sagt Gudrun Pekel. Dazu gehört natürlich auch, die erforderlichen Zutaten zu kennen und eines Tages selbst fürs Kochen einkaufen gehen zu können - und dabei eben nicht auf Fertigsaucen zurückgreifen zu müssen.

Zurück zum Kursus. An drei Vormittagen in Folge lernen die Kinder das Wichtigste rund um Küche und Kochen. "Dazu zählt natürlich auch der Abwasch, vor dem sich alle gerne drücken", lacht die Hauswirtschaftsmeisterin und wendet sich dann Felix zu, der eine wichtige Frage hat. "Was mache ich denn jetzt mit dem Dill?", will der Zehnjährige wissen. Ganz professionell trägt er eine blütenweiße Schürze - mit seinem eigenen Foto darauf. "Die habe ich zu Weihnachten bekommen, ich helfe nämlich gerne in der Küche mit. Ich könnte mir auch vorstellen, Koch zu werden", sagt Felix und hackt dann hochkonzentriert den Dill nach Anweisung klein, um ihn anschließend in den Gurkensalat zu geben. Die anderen Kinder decken derweil den Tisch. Bei der anschließenden Verköstigung - einem gemeinsamen Mahl - sind alle begeistert.

"Schmeckt sehr lecker", findet Lisa und nimmt noch ein paar Spagetti nach. Und obwohl die Kinder richtig "reinhauen", bleibt am Ende jede Menge übrig. "Kein Problem", winkt Gudrun Pekel ab, "im Rahmen des Kochkurses arbeiten wir nämlich auch mit dem Thema Resteverwertung. Bei uns wird nichts weggeworfen. Aus der Bolognesesauce, die jetzt noch übrig ist, werden wir am dritten Tag eine leckere Lasagne zaubern."

Quelle: RP
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