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Auf Ein Wqrt Sara Schäfer
Wir sind Gott nicht egal, wenn es uns schlecht geht

Hilden. Gott spricht: Ich will dich trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jes 66,13)

"Gott als Mutter???" So ähnlich reagierte die 3. Klasse einer Grundschule, als ich den Schülern im Rahmen einer Einheit zum Vaterunser im Religionsunterricht den Vorschlag unterbreitete, Gott einmal probeweise als Mutter anzusprechen. Und ich selbst muss zugeben: Das fällt mir schwer. Gott als Vater, "Vater unser" in allen Variationen - das ist eine geprägte Wendung, die man von klein auf kaum anders gehört hat. Der einzige Ort, in dem ich in meiner Jugend wahrgenommen habe, dass Gott auch wie eine Mutter sein kann, war das Gebet für die Verstorbenen im Gottesdienst: "Tröste du die Angehörigen, wie einen eine Mutter tröstet", so betete der Pfarrer da.

Die Quelle, an die sich der Pfarrer meiner Heimatgemeinde anlehnt, ist unsere Jahreslosung für das Jahr 2016. Es ist ein Leitvers, der dieses Jahr eine große Zusage enthält: Wir sind Gott nicht egal, wenn es uns schlecht geht.

Er will uns trösten und zwar so, wie es sonst nur eine Mutter kann, die uns in- und auswendig kennt. Die schon früher die einzige war, die einen beruhigen konnte, wenn man sich verletzt hatte. Die weiß, welche Worte wirklich helfen - und dass "Bis du heiratest, ist es wieder gut" nur billiger Trost ist.

Wir sind Gottes Geschöpfe, seine Kinder. Er kennt uns, seit wir ein Zellklumpen waren - manche glauben, dass er uns schon zu Zeiten der Schöpfung gedacht hat. Er kennt uns mit unseren Wegen und Irrwegen. So, wie uns oft am ehesten unsere Mutter kennt (und mitunter noch nicht einmal die). Deshalb kann auch nur er dieses Versprechen, dass er da gibt, einhalten, weil er unser aller Mutter und Vater ist.

Es ist eine Zusage, mit der es sich gut in ein neues Jahr gehen lässt, das jetzt gerade eine Woche alt ist. Auch wenn es natürlich noch schöner wäre, wenn es ein Jahr würde, in dem wir gar keinen Trost brauchen. Aber sollte er nötig sein, dann wünsche ich Ihnen, dass Sie Gottes Zusage spüren.

Quelle: RP
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