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Hilden
Wo ist die Pandora hin?

Hilden: Wo ist die Pandora hin?
FOTO: Klaus Genz
Hilden. Bereits seit Monaten steht nicht die Bronzestatue vor der katholischen Kirche, sondern ein ominöser Sichtschutz. Von Ilka Platzek

Kürzlich erreichte uns ein Leserfoto, auf dem man einen Sichtschutz vor einer Eisdiele sieht: "Sichtschutz für Bauarbeiter vor Gaffern oder Sicherung einer seit Wochen ruhenden Baustelle?", fragt sich RP-Leser Klaus Genz. Auf dem mitgeschickten Foto sieht es so aus, als hätte die Eisdiele "Venezia" auf der oberen Mittelstraße nahe der Gabelung einen Sichtschutz aufgestellt. Die Eisdiele liegt gegenüber der katholischen Pfarrkirche St. Jacobus.

Der Sichtschutzzaun (oben, ) verdeckt den neuen Sockel (unten, Foto: Ilka Platzek), auf dem bis zum kommenden Dienstag die Pandora aufgestellt werden soll. FOTO: Klaus Genz

Diese hat sich soeben ein neues Gemeindezentrum gegönnt, das Atrium. In diesem Zusammenhang wurde rund um die Kirche heftig gebaut: Das frühere Gemeindezentrum, der alte Reichshof, wurde abgerissen und an derselben Stelle für rund 21 Millionen Euro der "Jacobushof" errichtet. Die 70 Energiegewinn-Eigentumswohnungen sind in Erbpacht veräußert worden. So hat die Gemeinde ihr neues Pfarrzentrum finanziert. Die obere Mittelstraße hat durch den Jacobushof und das Gemeindezentrum Atrium ein neues Gesicht bekommen. Am 28. August soll es feierlich eingeweiht werden.

Im Zuge der Bauarbeiten wurde auf dem Kirchenvorplatz die Bronzestatue "Pandora" entfernt. Ihr Sockel ist hinter dem Sichtschutz verborgen. Und dieser Sichtschutz steht nun vor der Eisdiele "Venezia". Dort wundert sich eine Eisverkäuferin: "Seit Monaten hat sich da nichts mehr getan." Ein Blick hinter den Sichtschutz zeigt, warum er dort steht: Dahinter verbirgt sich der Betonsockel der Bronze-Skulptur von Karl-Henning Seemann, die seit 1998 auf Höhe der Mittelstraße 10 steht - und Pflastersteine, die noch verlegt werden müssen.

Die gut zwei Meter große Bronze-Statue "Pandora" ist eine moderne Konsumentin, beladen mit Waren, Geld, Gewalt und Symbolen der Überflutung durch die Medien. Den Eingang der Sankt-Jacobus-Kirche im Rücken, stürzt sie sich in den Kommerz und Konsum der Fußgängerzone. Sie wurde damals von der Stadt als Gegenstück zur Plastik "Eilige Einkäuferin" am unteren Ende der Fußgängerzone in Auftrag gegeben. Auf der belebten Mittelstraße soll diese Figur auf die negativen Seiten des Konsums aufmerksam machen. Die Pandora, die im Volksmund wegen der Geldscheine und weil sie vor einer Lottoannahmestelle steht, lieber "Lottofee" genannt wird, wurde im November 2015 von einem Lastwagen angefahren und beschädigt. Der Verursacher ist bekannt und dessen Versicherung bezahlt die Reparatur. Nach dem Unfall wurde die Skulptur abgebaut und auf dem Bauhof zwischengelagert. Anschließend ist sie zur Kunstgießerei Strassacker in Süßen transportiert worden, wo sie vor etwa 20 Jahren gegossen worden ist. Die Kunstgießerei hat die Pandora in enger Abstimmung mit dem Künstler Professor Karl-Henning Seemann repariert.

Am kommenden Dienstag um 10 Uhr soll sie wieder ihren ursprünglichen Platz vor der Kirche St. Jacobus einnehmen.

Quelle: RP
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