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Hilden
Wohnmarkt für Senioren ist knapp

Hilden: Wohnmarkt für Senioren ist knapp
Carmen Grzegorzewski von der Wohnraumförderung der Kreisverwaltung berät Alfred Babel. Die Aussteller der Immobilienmesse stellen von Jahr zu Jahr eine verstärkte Nachfrage nach seniorengerechtem Wohnraum fest. FOTO: Stephan Köhlen
Hilden. Es gibt zu wenig seniorengerechte Wohnungen. Das zeigte der Immmobilientag, der gestern in Hilden lief. Von Leonardo Schenk de Oliveira

Das Problem um seniorengerechte Wohnungen im Kreis Mettmann verschärft sich. Das war ein zentrales Thema des Immobilientags gestern in Hilden. Immobilienmakler, Bauträger und Banken warben dort mit großen Plakaten für ihr Angebot und kennen die derzeitige Situation bestens.

"Der Bau von seniorengerechten Wohnungen bringt nur geringe Mehrkosten von 150 bis 200 Euro pro Quadratmeter mit sich", sagt Dirk Küppers von der Makleragentur "Top-Conception" (Hilden). Angesichts der heutigen Bevölkerungsstruktur seien allerdings viel mehr seniorengerechte Wohnungen gefragt, als der Markt an Angebot bereit hält. "Schuld an der Situation ist die Trägheit derjeniger, die neu gebaut haben", glaubt der 62-Jährige. Denn sie ignorieren den Bedarf.

Eine ähnliche Meinung teilt Kornelia Schröder aus Düsseldorf, die durch die Herrichtung von Wohnungen und Häusern älterer Menschen diese zum Wunschpreis des Eigentümers verkauft. "Ich sehe den Kern des Problems in der falschen Planung. Wohnungen für Senioren müssen Aufzüge und eine zentrale Lage aufweisen und dabei noch barrierearm und bezahlbar sein", erklärt die 64-Jährige.

Viele Rentner würden ihre Immobilien gerne früher verkaufen. Sie wollen und müssen jedoch warten, bis sie eine seniorengerechten Wohnung gefunden haben. Der Mangel an geeignetem Wohnraum sei dafür verantwortlich, dass kranke Menschen, die ein Haus besitzen, oft nur noch die unterste Etage benutzen, da die oberen für sie nicht mehr erreichbar sind.

Kunden, die Kornelia Schröder betreut, suchen meist nach einer 90 Quadratmeter großen Wohnung auf einer Ebene. Gefragt sind außerdem in fußläufiger Nähe erreichbare Geschäfte, Ärzte, und Kulturangebote. Der Kreis werde an Attraktivität für Senioren verlieren, sollten ihre Interessen bei Neubauten nicht stärker berücksichtigt werden. Doch dass der Neubau von Wohnungen immer teurer wird, sei ein weiterer Grund, weshalb ältere Menschen ihre Immobilien nicht verkaufen wollen: "Oft deckt sich der Verkaufspreis des alten Hauses mit den Kosten der neuen Eigentumswohnung. Doch warum soll man für das gleiche Geld weniger haben wollen?", fragt Michael Pohlmann von Laufenberg Immobilien aus Langenfeld.

Rentnerin Brigitte Stangrecki sieht die Fehler auch in der Politik. "Mit meiner Rente kann habe ich kaum Möglichkeiten, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die einzige Möglichkeit, die ich habe, ist das Heim, was ich nicht will", erzählt die 77-Jährige. Dirk Küppers sieht auch ein Problem beim Begriff der Barrierefreiheit und der dazugehörenden Bestimmungen. "Niedrige Türklingeln oder die Breite eines Kellergangs nützen nichts, wenn ich einen Haustürschlüssel habe und mit dem Rollstuhl nicht in den Keller kann. Das ist Geld, das man lieber in den Neubau von barrierearmen Wohnungen investieren sollte."

Der Immobilientag findet seit mehr als zehn Jahren im Hildener Hotel am Stadtpark statt. Die Veranstalter Rolf Ischerland (70) und Felicia Schwetling (25) schätzen diesen Veranstaltungsort sehr. "In Hilden gibt es nur wenige Orte, die sich sonst eignen würden. Deshalb ist die Partnerschaft mit dem Hotel eine besonders wichtige für uns. Wir sind hier gut aufgehoben und betreut", sagt Ischerland.

Hilden sei allerdings nur eine Stadt von vielen, erklären die beiden. Auch in Monheim, Langenfeld, Leichlingen und Städten in Niedersachsen bieten die beiden solche Immobilienmessen an. "Obwohl sich diese Messe an ein Fachpublikum richtet, sind wir sehr zufrieden mit den diesjährigen Besucherzahlen in Hilden", sagt Felicia Schwetling.

Quelle: RP
 
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