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Auf Ein Wort Yorck-Peter Wolf
Zeit für sich selbst und für Gott finden

Hilden. Entschleunigen. Ein schönes Sommerwort. Es passt so gut zu den Ferien. Einmal entschleunigen, bitte. Einmal im Jahr deutlich das Tempo rausnehmen. Nicht immer schneller, immer mehr, nein, einfach mal ruhiger angehen lassen. Einfach mal nix mehr machen. Obwohl das ja nicht so einfach geht. Man macht ja doch immer irgendwas, auch im Urlaub. Auf den Berg steigen, in See stechen oder eine ruhige Kugel schieben, Boule spielen.

Irgendwas macht man immer. Aber, eben doch deutlich weniger und ruhiger als sonst. Wir brauchen solche Zeiten der Entschleunigung. Zeiten der Ruhe, um zu sich zu kommen. Ganz von selbst steigen dann Gedanken in uns auf: Läuft es gerade gut? Im Job? In der Familie oder alleine? Will ich was ändern? muss ich was ändern? Fragen, auf die man nicht unbedingt eine schnelle Antwort findet, die man sich aber doch hin und wieder stellen muss.

Sie tauchen ganz automatisch auf, wenn es um uns und in uns mal ruhiger wird, zum Beispiel am Strand. Die Sonne scheint, die Wellen rauschen, Kinder spielen, und alles könnte so schön sein, und wie aus dem Nichts tauchen Fragen in uns auf. Was mach ich eigentlich hier? Hab ich das so gewollt? Und wenn ich Montag zurück ins Büro komme, sind dann meine alten Probleme auch wieder da? Diese Fragen drängen sich auf, aber, ich muss sie gar nicht beantworten.

Oder gar lösen. Aber, es ist hin und wieder wichtig, diese und ähnliche Fragen an sich zu stellen, ganz im Stillen, am Strand oder im Museum, oder im Stau. Ganz egal wo oder wann. Diese Fragen führen zu mir. Ich komme zu mir selbst. Das ist der Sinn von Urlaub, Freizeit, Entschleunigung. Die Bibel kennt viele solche Entschleunigungen: zum Beispiel den Sabbat. Die jüdische Bibel, die Thora, schreibt ganz genau vor, was man alles am Sabbat nicht tun darf, etwa Kochen, Aufräumen, Putzen.

Man wird zur Ruhe, zum Nichtstun gezwungen. Die Bibel weiß, wer Zeit und Muße zur inneren Ruhe findet, findet den Weg schließlich auch zu Gott. Gott bleibt in der Hektik des Alltags oft verborgen, erst in der Ruhe, in der Stille, in der Entschleunigung, finde ich Zeit für mich selbst, für mein Leben und Zeit für Gott. Deswegen haben wir sonntags Ruhetag. Eine sehr wertvolle Zeit. Zeit, ohne die wir gar nicht weiterarbeiten könnten.

In der Ruhephase finde ich wieder Zugang zu neuen Ideen, Impulse(n) für meine Arbeit, und auch wieder neue Lust an der Arbeit. Und dann kann ich auch mühelos wieder beschleunigen.

Quelle: RP
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