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Hilden
Ziel: Kabelloses Internet für Hildens City

Hilden. Im Verfügungsfonds sieht das Stadtmarketing nun eine Chance, die Innenstadt flächendeckend mit W-Lan zu versorgen. Von Alexandra Rüttgen

Vielleicht liegt es an der sperrigen Bezeichnung, dass der "Verfügungsfonds" bislang noch wenig Gegenliebe gefunden hat: Gut einen Monat ist es her, dass die Stadt Hilden mit der Idee dieses neuen Landesprojektes an die Öffentlichkeit gegangen ist. Sein Ziel ist es, das Wohnumfeld in einer Stadt zu verbessern. Jeder Euro, den Einzelhändler, Gewerbetreibende, Immobilienbesitzer oder Privatleute dafür auszugeben bereit sind, wird mit Hilfe öffentlichen Fördergelds verdoppelt. Gedacht haben die Ideengeber dabei beispielsweise an Blumenkübel und Begrünungen, Beschilderungs- und Leitsysteme oder Zwischennutzungen für leer stehende Ladenlokale.

Doch seit Start der Aktion hat sich in Hilden niemand mit einem Vorschlag gemeldet, berichtet Silke de Roode vom Kölner Stadtplanungsbüro Dr. Jansen. De Roode begleitet das Projekt. Doch sie bedauert: "Es gibt bis jetzt noch keine konkrete Anfrage." Vielleicht liege das daran, dass das Wort "Verfügungsfonds ein wenig sperrig ist", überlegt sie. "Vielleicht muss man die Bürger erst in persönlicher Ansprache von dem Projekt überzeugen."

Volker Hillebrand vom Hildener Stadtmarketing sieht in dem Projekt dennoch eine Chance. Erst Anfang der Woche habe er an einem Treffen mit Vertretern von NRW-Kommunen, Ministerien und der Bezirksregierung teilgenommen. Dort war auch der Verfügungsfonds ein Thema. Von den Städten und Gemeinden sei kritisiert worden, dass die Voraussetzungen für eine Förderung sehr eng gesteckt seien. Und gleich mehrere Kommunen hätten nachgefragt, ob es nicht auch möglich ist, eine flächendeckende Abdeckung der Innenstädte mit kabellosem Internet (W-Lan) zu fördern. Dafür habe es positive Signale gegeben. Hillebrand ist hoch motiviert: "Wenn wir die Chance haben, W-Lan zum halben Preis zu bekommen, dann sollten wir sie nutzen. Wir versuchen das jetzt mal."

Bislang gibt es in der Hildener Innenstadt lediglich so genannte Hot-Spots, kleinere Areale also, in denen Passanten kabelloses Internet per Handy, PC oder Notebook empfangen können. Das ist zum Beispiel in Höhe der Stadtbücherei der Fall. Ziel des aktuellen Projektes ist es, "am Beginn der Fußgängerzone bis zu ihrem Ende W-Lan zu haben", erläutert Hillebrand. "Ich habe bereits mit Dienstleistern gesprochen, die sowas anbieten können." Er rechnet mit Kosten in fünfstelliger Höhe, von denen die Hälfte private Geldgeber zahlen müssten, damit das Land die anderen 50 Prozent übernimmt. Hillebrand will nun die Hildener Einzelhändler von der Idee überzeugen. Außerdem muss er mit Immobilienbesitzern in Kontakt treten, damit womöglich auf ihren Grundstücken und Fassaden Antennen und Leitungen verlegt werden können. Denn ganz ohne Kabel funktioniert W-Lan dann doch nicht. Wichtig: Betreiber muss das Stadtmarketing sein, da das W-Lan "auch ein Instrument modernen Marketings ist", so Hillebrand - schließlich kann damit auch gezielt Werbung platziert werden. Das ist ein weiterer Vorteil, von dem er auch den Handel überzeugen will: "Das ist die Zukunft. Blumenkübel haben wir genug in der Stadt."

Quelle: RP
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