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Haan
Zu Fuß nach Oberbarmen

Düsseldorf. Eine Privatinitiative will die Solinger Korkenziehertrasse mit der Wuppertaler Nordbahntrasse verbinden. Die Rad- und Wanderwege werden so aus Haan besser erreichbar sein. Der Planungsausschuss unterstützt das Vorhaben. Von Sebastian Brinkmann

Das erleben die Mitglieder des Planungsausschusses selten: Ein Bauvorhaben kostet die Stadt kein Geld, bringt nur Vorteile für die Bürger und stößt allgemein auf Zustimmung. Kein Wunder also, dass die Politiker am Dienstagabend aufmerksam zuhörten, als ihnen Baudezernent Matthias Buckesfeld von dem Plan des Vereins Wuppertal Bewegung berichtete. Die private Initiative errichtet gerade auf der alten Nordbahntrasse quer durch Wuppertal einen Spazier- und Radweg, der von Vohwinkel bis über Oberbarmen hinaus verlaufen soll.

Unter der A46 hindurch

Währenddessen wird in Solingen aus Geldern der Regionale 2006 die so genannte Korkenziehertrasse gebaut, die vom alten Solinger Hauptbahnhof bis zur Autobahnauffahrt Haan-Ost gehen wird. "Die Wuppertal Bewegung ist nun an uns herangetreten, um diese beiden Strecken über Haaner Gebiet miteinander zu verbinden", erklärte Buckesfeld im Sitzungssaal des Rathauses.

Der Streckenabschnitt in Haan soll 500 Meter lang werden und sich aus Kostengründen nicht vollständig am altem Verlauf der Korkenziehertrasse orientieren. "Da der Fußgängertunnel unter der A46 auf Solinger Seite in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, werden die Fußgänger die Straße unter der A46 nehmen müssen, die ein wenig weiter weg liegt", sagte Buckesfeld. Der Plan stieß im Ausschuss auf breite Zustimmung und so konnte der Baudezernent der Wuppertaler Bewegung gestern die Unterstützung der Stadt Haan zusichern.

Finanziert wird der Bau der Strecke zum Teil aus privaten Mitteln. Rund zwei Millionen Euro hat der Wuppertaler Verein schon gesammelt. Der überwiegende Teil des Geldes – rund 70 Prozent – soll nun von Land, Bund oder Europäischer Union kommen. Ende Mai will Initiator Dr. Carsten Gerhardt die Fördergelder beantragen. "Als Stadt Haan haben wir jetzt in Wuppertal angefragt, wie wir den Antrag unterstützen können", informierte Buckesfeld.

Ausbau der Strecke möglich

Gerhardt freut sich über die Unterstützung und hat noch eine weitere Idee: "Es wäre möglich, die Anbindung deutlich weiter in Haaner Gebiet hineinzuführen, so dass die Bürger noch besser auf die neue Trasse kommen könnten." Allerdings liegt dieser Weg bislang in einem Naturschutzgebiet, der zuvor vom Kreis Mettmann entsprechend umdeklariert werden müsste.

"Das wäre deutlich aufwändiger und dürfte wohl ein bis zwei Jahre dauern", gibt Buckesfeld zu bedenken. Er schließt aber nicht aus, dass sich die Politik später für diese erweiterte Trasse entscheidet. "Dann müsste sich Haan aber auch an den Kosten beteiligten", sagte Gerhardt. Alles gibt es also doch nicht umsonst.

Quelle: RP
 
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