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Kreis Mettmann
Zu wenig Personal in Altenheimen

Kreis Mettmann: Zu wenig Personal in Altenheimen
956 Heimplätze gibt es in Hilden (549) und Haan (407). Sie sind fast alle belegt. Die Quote liegt in Haan bei 89 Prozent, in Hilden bei 97 Prozent. FOTO: Jens Kalaene
Kreis Mettmann. Die Heimaufsicht überprüft die Altenheime im Kreis Mettmann. Zu wenig Personal führt zu Mängeln. Dabei geht es unter anderem um Wundversorgung, Verbandwechsel, Blutdruckkontrollen und Pflegeplanungen. Von Oliver Wiegand

Rund 5200 alte Menschen leben in den Senioren- und Pflegeeinrichtungen im Kreis Mettmann. Die 51 Altenheime werden in einem Abstand von ein bis zwei Jahren von den Mitarbeitern der Heimaufsicht kontrolliert. Jetzt liegt der Tätigkeitsbericht für die Jahre 2013 und 2014 vor - und der offenbart schwere Mängel und viele Nachlässigkeiten. Es wird immer deutlicher, dass es in etlichen Einrichtungen an Personal fehlt.

Die angespannte Personalsituation führt zu Mängeln in der Versorgung der Bewohner, heißt es in dem Bericht. Probleme gibt es vor allem bei Wundversorgung, Verbandswechsel, Blutdruckkontrollen und den Pflegeplanungen. Dazu kommen fehlende Insulingaben sowie eine mangelhafte Kommunikation mit den Ärzten. Die Lage im Kreis Mettmann ist dabei fast überall so, dass die Heimaufsicht als staatliche Stelle über nicht öffentlich betriebene Einrichtungen wacht. Auch in Haan gibt es kein kommunales Seniorenheim, sondern Häuser, die von Vereinen, Stiftungen oder Firmen getragen werden. Im Kreis Mettmann hat nur Hilden noch zwei städtische Häuser.

Nahezu alle Heimplätze sind belegt, die Häuser sind voll. In Haan liegt die Quote derzeit bei 89 Prozent, in Erkrath und Hilden bei 97 Prozent. Langenfeld meldet eine Belegung von 99, Mettmann von 98 und Ratingen von 90 Prozent. Das liegt auch daran, dass 80 Prozent der Zimmer Einzelzimmer sein müssen, was sich auf die Kapazität auswirkt.

Zurück zum Bericht: Kurz vor Weihnachten 2012 starb ein 52-jähriger Bewohner einer Monheimer Pflegeresidenz an einer Lungenembolie und an einem Gefäßverschluss. Eine Altenpflegerin, die den Bewohner versorgt hatte, musste sich vor Gericht verantworten. Nach dem Abschluss des Gerichtsverfahrens wurde der Frau ein Beschäftigungsverbot erteilt. In einem Altenheim sind Anfang 2013 "erhebliche Mängel" bei der Versorgung von Bewohnern zutage getreten. Aufgrund der Schwere hat die Heimaufsicht eine Anordnung zur Beseitigung der Mängel erlassen. Da Personalmangel festgestellt wurde, war die Heimaufsicht an Heiligabend dort, um zu ermitteln, ob die Besetzung der Feiertagsdienste ausreichend war. Bei einer Nachprüfung Ende Februar wurden in dem Altenheim erneut erhebliche Mängel festgestellt, so dass für die Einrichtung ein Belegungsstopp für zwei Monate erlassen wurde. Die Heimaufsicht wird vor allem tätig, wenn sich Bewohner oder Angehörige beschweren. Im Jahr 2013 wurden insgesamt 75 Beschwerden und im Jahr 2014 insgesamt 92 Beschwerden nachverfolgt. Grund zur Kritik aus den Reihen der Bewohner sind fast nur die Themen Pflege, Personal und Betreuung. In vielen Fällen seien die Beschwerden jedoch nicht begründet gewesen, sondern beruhten laut Heimaufsicht auf "Missverständnissen" zwischen Personal und Bewohnern. In Gesprächen konnten zahlreiche Probleme beseitigt werden, heißt es in dem Bericht.

Quelle: RP
 
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