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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Zwischen den Welten

Hilden. Es ist eine seltsame Zeit, diese Vorweihnachtszeit 2015 in Hilden. Seltsam beklemmend erscheint sie zuweilen, wir haben dann das Gefühl, zwischen zwei Welten unterwegs zu sein, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

An einem Moment am Anfang dieser Woche ist die Beklemmung gut festzumachen.

Da entführte ein junger Mann aus Bonn mit seinem Film die Kinder der Sekundarschule Hilden in die zerstörte Welt des Nahen Ostens, nach Syrien. Der Filmemacher Hubertus Koch holte eine Katastrophe in die Aula, deren Ausmaß noch gar nicht erfasst ist. Eine Katastrophe, deren Anblick allein die Schüler zutiefst schockierte. Dieser Film, dieser Moment standen symbolisch für die "andere" Welt, die uns zwangsläufig jeden Tag begegnet: Sei es, weil wir von Berufs wegen mit Asylsuchenden zu tun haben. Sei es, weil wir ihnen helfen oder ihnen auf andere Weise begegnen. Sei es, dass wir nur von ihnen hören und die Nachrichten über ihr Schicksal lesen. Die "andere" Welt ist greifbar geworden, sie ist lokal. Hier, in unserer Heimat.

Wir haben die Chance zu erkennen, wie geborgen wir im Hier und Jetzt sein dürfen. Wann ließe sich das zudem besser beobachten und fühlen als gerade in der Vorweihnachtszeit? Hilden duftet, Hilden glänzt und ist gerade jetzt besonders kuschelig: Einkehren in eines der netten Cafés, in ein schönes Restaurant oder eine Kneipe. Mit den Nachbarn, Freunden, dem Partner friedliche (!) Stunden verbringen, die Dinge genießen, die wir gerne oder sogar mit Leidenschaft machen - das alles ist möglich.

Es ist eine seltsam beklemmende, ambivalente Vorweihnachtszeit 2015 in Hilden.

goekcen.stenzel@rheinische-post.de

Quelle: RP
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