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Hückelhoven
Apfelsaft frisch von den Obstwiesen

Hückelhoven: Apfelsaft frisch von den Obstwiesen
Vor allem Kinder verfolgten mit Interesse, wie Apfelsaft gepresst wird. Im Innenhof von Haus Blumenthal herrschte großer Andrang. Apfel-Bratwurst und Apfelkuchen waren nachmittags restlos verputzt. FOTO: JÜRGEN LAASER
Hückelhoven. Auf beachtliche Resonanz stieß das 3. Apfel- und Heimatfest vor historischer Kulisse. Der Natur- und Heimatverein Brachelen hatte erstmals auf Haus Blumenthal eingeladen. Besucher strömten in Scharen zu dem Fest. Von Daniela Giess

Als sein Vater Josef Busch vor knapp einem Jahr starb und ihm das Familien-Anwesen Haus Blumenthal vererbte, reifte in ihm der Plan, die alte Wasserburg, anno 1452 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Beim großen Apfel- und Heimatfest, zu dem der Brachelener Heimatverein eingeladen hatte, nutzte Thomas Busch die Gelegenheit, sich mit den Bewohnern des Ortes bekannt zu machen. Der 45-jährige Finanzberater, der mit Ehefrau und den drei Kindern in Heinsberg lebt, öffnete die hölzernen Pforten des historischen Herrensitzes nach 34 Jahren wieder - damals schloss das Kino, das "Lichtspielhaus Brachelen".

An die Zeit, als seine Großeltern Franz und Sibylla Busch Haus Blumenthal bewohnten, erinnert er sich gerne. Bis ins Jahr 1658 könne er die Geschichte seiner Ahnen zurück verfolgen, berichtet Thomas Busch. Der alte Rittersitz mit 700 Quadratmetern Wohnfläche habe im Zweiten Weltkrieg stark gelitten, das Dach sei kaputt gewesen. Thomas Busch ist es wichtig, der Bevölkerung wieder Gelegenheit zu geben, das historische Anwesen zu nutzen. "Knapp die Hälfte hier ist Rohbau. Aber man könnte schon was draus machen. Ein Trauzimmer für Brautpaare zum Beispiel. Leider fehlt mir noch die finale Idee." Im Brachelener Heimatverein ist der Heinsberger Mitglied. "Diese Initiative ist unterstützenswert."

Bei sonnigem Wetter nutzten zahlreiche Sonntags-Ausflügler die Möglichkeit, auf dem Anwesen knusprige Reibekuchen mit frischem Apfelmus zu verspeisen. Im Rittersaal zeigten die Mädchen und Jungen aus der Brachelener Grundschule ihre kreativen Kunstwerke rund um das Thema Apfel. Dort lief auf einer Leinwand eine Diaschau alter Fotos aus Brachelen, die besonders die ältere Generation zum Austausch von Erinnerungen anregte, etwa an Überschwemmung im Dorf, Hochzeit und Kommunion zwischen Kriegstrümmern oder eine zugefrorene Rur. Ein Stand präsentierte Korbwaren.

Im Kuchen-Zelt wurden die Gäste mit selbst gebackenen Köstlichkeiten versorgt, während Vereinsvorsitzender Dr. Michael Küsgens an der Apfelpresse in Aktion trat. Hier wurden Boskop & Co. zu Apfelsaft verarbeitet und in mitgebrachte Flaschen gefüllt. "Zwei Kilo Äpfel ergeben einen Liter Saft", so der Rechtsanwalt. Der Vereinsvorstand habe die Idee gehabt, Apfelbaum-Besitzer um die Erlaubnis zum Pflücken zu bitten. "Dabei zählte der Naturschutzgedanke, denn viele Äpfel werden gar nicht gepflückt, während Interessierte dafür in den Supermarkt gehen." Metzgermeister Peter Wilms erlaubte dem Heimatverein, seine professionellen Maschinen zu nutzen, und so wurden insgesamt rund 1400 Liter haltbarer Saft produziert, die beim Apfel- und Heimatfest verkauft wurden.

Der Erlös aus der Verkaufsaktion ist für den Verein bestimmt. Und der schmiedet viele Pläne: ein Dorf-Archiv, Dorfwanderweg, Erzählabende, Dorfverschönerung. Mit der Resonanz auf die Veranstaltung zeigte sich Michael Küsgens sehr zufrieden. Es handele sich um ein Fest der Brachelener Dorfgemeinschaft, da nicht nur die Mitglieder des Heimatvereins ehrenamtlich im Einsatz gewesen seien.

Quelle: RP
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