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Hückelhoven
Auf Spurensuche der besonderen Art

Hückelhoven: Auf Spurensuche der besonderen Art
Willi Spichartz (l.) lässt sich vor Schacht 3 von Stefan Grates das Geocache-Wherigo "Acht Schächte" erklären. FOTO: Jürgen Laaser
Hückelhoven. Als realer Journalist unterwegs mit sich selbst als virtuellem Führer beim Geocaching zu den früheren Bergbauschächten. Von Willi Spichartz

Wie folgt man seinen eigenen Spuren, wenn man die selbst nicht kennt? Am besten über ein Geocache-Wherigo namens "Acht Schächte", durch den ein virtueller Hückelhovener Journalist führt, der Willi Spichartz heißt, der dem echten, physischen nachempfunden ist, aber als virtuelle Figur ganz real durch einen Teil Hückelhovens und die Bergbaugeschichte führt - auf dem Tablet oder Android-Smartphone. Lösen sich da die Grenzen zwischen real und virtuell auf, gibt's da die Vorboten der Verwischung/Vermischung von Mensch und Roboter als "Androide(!)"?

Da kann man den Ball flach halten, auch wenn eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden ist, wobei allerdings der Initiator von "Acht Schächte", Stefan Grates von der "Interessengemeinschaft "Bergbau und Geocaching im Aachener Revier", und der Designer gnädig mit dem realen Willi Spichartz waren: ein paar Jährchen jünger, Haarfarbe entsprechend und Personenvorstellung als "junger Reporter", in dessen Rolle die Mitspieler schlüpfen können/sollen. Ein Rollenspiel also, in dem der virtuelle Reporter Aufgaben stellt, die hintereinander abgearbeitet werden müssen, überspringen geht gar nicht.

Und damit ist es eine Erweiterung des bekannten Geocachings, einem rasant an Anhängern gewinnenden Freizeitspaß. Das "Outdoor-Schatz-Suche-Spiel" läuft über das "Global-Positioning System" GPS, das Satelliten-Navigationssystem, das in immer mehr elektronischen Kommunikationsträgern empfangs- und dialogfähig ist. Cache ist im Englischen der Begriff für "geheimes Lager", in dem ein "Owner" (Eigner) ein Suchobjekt versteckt hat mit einem Logbuch, in das sich der Finder eintragen kann zum Nachweis, dass er erfolgreich war. Ein Wherigo (kurz für where i go, wo ich gehe) ist eine Erweiterung zu einer Art Computerspiel, in dem man an verschiedenen Standorten Aufgaben zu lösen hat, zu denen in dem Fall der "junge Reporter" führt, und die sich im Schwerpunkt um den Bergbau und einige von daher bekannte Personen drehen, wie Franz Sonnen vom Schachtverein, "Don Camillo" Pastor Josef Derichs, und einen großen Mann im Rathaus...

Und an diesem Gebäude steht beim Cache am Wochenende der reale Wherigo-Amateur Willi Spichartz und erreicht seine virtuelle Profi-Identität auf dem Smartphone nicht mehr - für mangelnde Kenntnisse hat man aber auch im Cyber-Zeitalter die Gemeinschaft: Jana Riemke und Michael Schmidt, extra aus Hamburg angereist, verhelfen als reale Profis dem Amateur zur weiteren Verbindung zu seinem eigenen virtuellen Profi.

Und ab da geht's als dreiköpfige Gruppe weiter - die (sehr sympathischen) Hamburger verstehen sich blendend auf den und mit dem virtuellen Reporter, der reale wiederum kennt die kürzesten Wege zu den weiteren sieben Schächten, immerhin geht's auch nach Birgelen-Rosenthal und in die Erkelenzer Börde. Tempo ist gut, da es beim Cache auch um FTF geht, nämlich die kürzeste Zeit, "First to find", zu erreichen. Smartphone und Co. halten Zeiten einfach fest.

Wherigo-Caching bildet, so Jana und Michael, die sich beim Caching kennengelernt haben: "Das ist besser als jeder Reiseführer, von den 'Ownern' bekommt man Insider-Wissen, das haben wir in Deutschland, in London und anderswo festgestellt. Wir machen Urlaub danach. Und jetzt kennen wir auch Hückelhoven so, wie wir es nie gesehen hätten. Ohne den Acht-Schächte-Cache wären wir überhaupt nicht hierher gekommen!"

Eigentlich war's ja auch eine vierköpfige Gruppe - der reale und der virtuelle Reporter als Stadt- und Regionsführer für ein Hamburger Paar, der virtuelle kann das aber auch allein, jedenfalls für den Wherigo. Der reale Reporter auch, aber den virtuellen kann man sich überall auf der Welt runterladen und am PC folgen...

Unterwegs mit dem Smartphone erwirbt man reale Stadt- und Landansichten und den realen Menschen, der auch in Zukunft in Hückelhoven und anderswo das Besiedlungsobjekt Nummer Eins bleiben wird. Selbst heute "junge" Reporter werden höchstens mit der Android-Software arbeiten, einen "lebenden" Androiden selbst hier nicht zu Gesicht bekommen. Höchstens mal zu Karneval.

Quelle: RP
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