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Hückelhoven
Aus der Kieskulle in die Zukunft

Hückelhoven: Aus der Kieskulle in die Zukunft
Von 2004 bis 2017 wurde das Schulzentrum in Ratheim in vier Bauabschnitten aus- und umgebaut. Weil alle Beteiligten an einem Strick gezogen haben und ziehen werden, konnte ein vorbildliches Schulzentrum entstehen. FOTO: Thomas Mauer
Hückelhoven. Nach 13 Jahren Bauzeit ist das Schulzentrum an der Heerstraße feierlich seiner Bestimmung übergeben worden. Von Thomas Mauer

"Was lange währt, wird endlich sehr gut." Noch vor seiner Zeit als Bürgermeister begann für Bernd Jansen und die Stadt Hückelhoven ein Bauvorhaben, das beispielhaft zeigt, welch gutes Ergebnis zustande kommt, wenn alle Beteiligten sich einig sind. Denn entgegen dem von vielen erwarteten Vorschlag, die alten Gebäude abzureißen und neu zu bauen, entwickelten die Architekten eine ganz andere Strategie. "Nach unseren Berechnungen kam aus planerischen aber auch finanziellen Erwägungen eine schrittweise Sanierung in Betracht", erklärte Helmut Heuer, einer der beiden Idee-Geber. "Die Einrichtung einer Gesamtschule machte dann allerdings auch Planungen für einen höheren Raumbedarf notwendig", ergänzte Kollege Hans-Jürgen Faust. Das ursprüngliche Konzept der beiden Architekten wurde in vier Bauabschnitten realisiert, herausgekommen ist ein Schulzentrum, das zukunftsorientiert und bestens ausgestattet vielen Schülern erfolgreiches Lernen ermöglichen soll.

"Hier stand früher eine Kieskulle", beschrieb Bürgermeister Jansen knapp die Ausgangssituation. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand das alte Schulzentrum, das zur Jahrtausendwende dringenden Sanierungs- und Erweiterungsbedarf hatte. "Der Plan einer Sanierung kam natürlich auch der Stadt entgegen, denn mit einer schrittweisen Bereitstellung der Mittel wurden wir entlastet", bekannte Jansen. Allerdings bedingte die Gliederung in Bauabschnitte die ständige Organisation und Anpassung der Pläne. Dennoch wurde das Konzept des lichtdurchfluteten, überdachten Innenhofs beibehalten. "In die dunkle Innenzone wollten wir ein Loch reinhauen", erklärte Architekt Faust. Mit einer inneren Begrünung entstand die Atmosphäre einer Straße, die Klassenzimmer zweigen davon ab. Sterile Schulgebäude, Fehlanzeige.

Leidtragende bei diesem Prozess waren die Schüler. "Uns war bewusst, dass viele Schüler vom ersten bist letzten Schultag auf einer Baustelle gelernt haben", bekannten die Architekten. Umso wichtiger erwies sich das ausgezeichnete Zusammenwirken aller Beteiligten, um den Stress für die Schüler so gering wie möglich zu halten. Und die Stadt um den Bürgermeister und sein Hochbauamt, die Architekten, die Schulbehörde und die Schulleitungen wirkten bestens zusammen.

Einer, der das sehr gut beurteilen kann, ist Hausmeister Richard Rütten. Mit dem Kollegen Reinhard Scholz hat er von Anfang den Bauprozess an entscheidender Stelle mit umsetzen müssen. "Es war ganz selten sauber", lautete das einstimmige Fazit. Kein Wunder, zeitweise waren 14 Klassen in Containern untergebracht, ein anderes Mal gleich zehn. Aber beide zeigten sich sehr zufrieden über die Zusammenarbeit. "Wir waren immer bei den Baubesprechungen dabei", sagte Rütten. Diese Zusammenarbeit lobte ebenfalls Landrat Stephan Pusch, dem die Vernetzung der Schulen im Kreis Heinsberg sehr am Herzen liegt: "Wir stehen mit unserem Schulgutachten bundesweit ganz vorne." Mit Blick auf Ratheim erklärte Pusch, es gebe keinen idealen Schultyp, aber es gebe für jeden Schüler eine ideale Schule. Das Zusammenspiel von Realschule und Gesamtschule im Zentrum an der Heerstraße sei ein sehr gutes Beispiel.

So konnte Realschulleiter Sven Hagen sich nur bei allen bedanken und versprechen: "Nun sind wir als Schulen gefragt, und wir werden liefern - viele reife Früchtchen."

Quelle: RP
 
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