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Hückelhoven
Aus Kirchenareal soll Wohnbaufläche werden

Hückelhoven: Aus Kirchenareal soll Wohnbaufläche werden
Pfarrerin Irene Schlawin vor der evangelischen Kirche in Schaufenberg, die wie das benachbarte Jugendheim aufgegeben wurde. FOTO: JÜRGEN LAASER (ARCHIV)
Hückelhoven. Nach Kirchenrecht ist das Gelände der ev. Kirche Schaufenberg entwidmet. Eine Planänderung soll nun Wohnnutzung ermöglichen. Von Gabi Laue

Mit einem Begegnungsfest hatte die evangelische Gemeinde in Schaufenberg vor knapp drei Jahren Abschied genommen von ihrer Kreuzkirche. Die wurde in einem letzten Gottesdienst Ende Oktober 2012 entwidmet. Pfarrerin Irene Schlawin verlas die Entwidmungserklärung, trug Altar-Bibel, Taufschale, Kelche für das Abendmahl, Altar-Kerze und den Altar-Behang hinaus. Weil ein Verkauf des Geländes, zu dem die ebenfalls aufgegebene Freizeiteinrichtung "Refugium" gehört, nicht gelungen ist, soll nun eine Beschränkung im Bebauungsplan aufgehoben werden. Denn Grundstücke für Wohnbebauung lassen sich besser vermarkten als Kirchenland mit gemeinnütziger Zweckbindung.

Pfarrerin Irene Schlawin hatte als Vorsitzende des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Hückelhoven im vergangenen Februar die Teilaufhebung des Bebauungsplans beantragt. Denn bisher setzt der Plan für das Grundstück "Fläche für Kirchen und kirchlichen Zwecken dienende Gebäude und Einrichtungen, Fläche für sozialen Zwecken dienende Gebäude und Einrichtungen sowie Fläche für kulturellen Zwecken dienende Gebäude und Einrichtungen" fest. Angeschriebene Makler hatten abgewinkt, auch Gespräche mit Bestattern hatten zu keiner neuen Nutzung geführt. "Für eine Grabeskirche ist der Raum zu klein", sagte Pfarrerin Schlawin im Gespräch mit der RP. "Eine Freikirche oder eine Behinderteneinrichtung - das wäre unser Traum gewesen", fuhr sie fort. Aber realisierbare Projekte für die Kirche und das Gemeindehaus an der Hochstraße tauchten trotz erheblicher Bemühungen der Gemeinde nicht auf am Horizont. Schon 2013 hatte die evangelische Kirchengemeinde Hückelhoven den Preis für die Kreuzkirche von 365 000 auf 295 000 Euro gesenkt, um den Kreis der Interessenten zu vergrößern - ohne Erfolg. Und nicht jede denkbare Umnutzung kommt infrage, denn, so betont die Pfarrerin, "für die Leute ist in den nächsten Jahrzehnten noch klar: Das war mal eine Kirche."

Das Kreuz aus dem entwidmeten Gotteshaus hängt mittlerweile, leicht verkleinert, im kleinen Saal des Gemeindehauses an der Haagstraße. "Die Glocken werden Ende August demontiert", kündigte Irene Schlawin an. "Sie gehen ins Erzgebirge." Das ehemalige Pfarrhaus ist bereits verkauft, von dem riesigen Pfarrgarten gehört der Gemeinde ein Teil. Die Teilaufhebung des Bebauungsplans - Bauausschuss und Rat werden dem wohl zustimmen - würde nun den Weg frei machen, die Gebäude und das Gelände für normale Wohnzwecke zu nutzen.

Quelle: RP
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