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Hückelhoven
Babystress und Operation am Gemüse

Hückelhoven: Babystress und Operation am Gemüse
Was es bedeutet, für das Wohlergehen eines Babys zu sorgen, lernten Mädchen im praktischen Tun mit programmierten Puppen. FOTO: GESAMTSCHULE
Hückelhoven. In vielen Facetten beleuchteten Projekttage in der Gesamtschule Ratheim Fragen der Partnerschaft.

Liebe, Sex und Partnerschaft - das waren Themen in Projekttagen an der Leonardo da Vinci Gesamtschule. Das soll neben den Projekttagen zur Drogenprävention und Medienerziehung dauerhaft ein pädagogischer Baustein werden. Mädchen waren "Mutti auf Probe" und besuchten eine Ärztin.

Was haben Apfel und Paprika in einem Operationssaal zu suchen? Was passiert, wenn es bei einer OP einen Stromausfall gibt? Kann man in der Klinik übernachten? Spannende Fragen stellten 14 Schülerinnen des 9. Jahrgangs der leitenden Chefärztin der C3-Kliniken Aachen, Dr. Esther Kaldenhoff. 15- und 16-Jährige fuhren mit Lehrerin Silke Szepannek nach Aachen, um die neue Klinik für ambulante und kurzstationäre gynäkologische Operationen in der Soers zu besuchen. Dr. Kaldenhoff und drei Mitarbeiterinnen gaben den Schülerinnen einen umfassenden Einblick in die Klinikabläufe sowie die Berufsbilder der MFA (medizinischen Fachangestellten), OTA (operationstechnischen Assistentin) und der Gesundheits-und Krankenpflegerin. Die Ärztin zeigte den computergesteuerten OP mit modernster Ausstattung. Zur Überraschung der Schülerinnen lagen dort ein Apfel und eine rote Paprikaschote bereit. Dr. Kaldenhoff demonstrierte eine "Knopfloch"-Bauchspiegelung an der Paprika und zeigte am Apfel, wie man mit einem Laser Schnitte und Verödungen durchführt. Schülerinnen durften dabei sogar assistieren.

Die Ärztin betonte mehrfach, wie streng die Sicherheits- und Hygienevorschriften bei allen Abläufen in ihrer Klinik eingehalten werden, damit sich resistente Keime nicht einschleichen. Die Ärztin und ihre Mitarbeiterinnen beantworteten Fragen rund um die Klinik und zu gynäkologischen Themen. Die Ärztin betonte die Wichtigkeit der HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Fragen zu Verhütung und Schwangerschaft konnten geklärt werden.

"Mein Baby weint!" "Und meins hat Hunger!" "Aber meins schläft schon seit einer Stunde." So unterhielten sich Schülerinnen über "ihre" Babys. Acht Mädchen erfuhren an vorbereiteten Babysimulatoren, was es bedeutet, für einen Säugling rund um die Uhr verantwortlich zu sein. Die Babypuppen sind auf die Bedürfnisse eines Säuglings programmiert, die "Muttis" waren für ihr Wohlergehen verantwortlich. In einer Auswertung zeigte sich, wer "sein" Baby gut versorgt hatte. Das Projekt in Kooperation mit der Caritas Schwangerschaftsberatung "Rat und Hilfe" war einer von vielen Workshops. Den Organisatoren Silke Szepannek, Ulrike Edel und Schulsozialarbeiter Florian Stoelk war es wichtig, dass sich Angebote, teils in getrennten Jungen- und Mädchengruppen, lebensnah und vielfältig mit Aspekten von Liebe, Sexualität und Partnerschaft beschäftigen. Die angehende Medizinerin Anna Edel klärte über Erscheinungsbilder und Prävention von Geschlechtskrankheiten auf, die Awo Hückelhoven ermöglichte Einblicke ins Leben eines HIV-Erkrankten. Die gynäkologische Praxis von Dr. Legewie in Ratheim öffnete die Tür, um Fragen zu beantworten.

Der ev. Pfarrer Jochen Gürtler und die Religionslehrer Marita Rosenthal-Becher und Georg Dickmann warfen die Frage nach "Sex ohne Liebe?" auf. Ein Workshop setzte sich mit medialen Erscheinungsformen der Sexualität und ihren Auswirkungen auf Vorstellungen von Intimität auseinander. "SchLAu Aachen" klärte über schwule und lesbische Partnerschaften auf.

Quelle: RP
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