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Hückelhoven
Badespaß an Brachelens Ballermann

Hückelhoven: Badespaß an Brachelens Ballermann
Ein Schwimmer, der in die Fluten hechtet - das neue Logo am Freizeitbad Kapbusch in Hückelhoven-Brachelen. FOTO: Jürgen Laaser
Hückelhoven. Wenn das Thermometer ein Jahreshoch von 40 Grad erreicht, verbucht das Freibad am Kapbusch Besucherrekorde. Erfrischung und Freiheit findet, wer kurz vor Brachelen rechts abbiegt. Das Seewasser hat eine Temperatur von 23 Grad. Von Jessica Balleer

Es ist 17 Uhr. Seit Stunden kleben die Klamotten am Körper. Flacher Atem, bloß nirgendwo anlehnen. Bei jedem Schritt rinnt der Schweiß, auf der Stirn und auf dem Rücken. Noch hundert Meter. Man passiert picknickende Familien, die im Schatten der Bäume sitzen. Noch zehn Schritte. Am feinsandigen Strand sind die Schuhe das erste, von dem man sich befreit. Endlich barfuß, sinken die Füße in den Grund. Die Zehen berühren das 23 Grad kalte Seewasser, dann taucht man endlich ein und genießt ihn, den ersten, tiefen Atemzug des Tages.

Yasmin Lennartz hat 942 Striche auf der Besucherliste vermerkt. So viele Menschen sind am bisher heißesten Tag des Jahres kurz vor Brachelens Ortseingangsschild rechts abgebogen: Hier erstreckt sich die Erholungslandschaft am Freibad Kapbusch. Umgeben von vielen kleineren Waldgebieten und Bruchwäldern liegt der Baggersee, an dem man die Sommerhitze wirklich genießen kann. "Die Arbeit hier in Kapbusch ist fast wie Urlaub", sagt Yasmin Lennartz, die am Eingang kassiert. "Alle die herkommen, sind bestens gelaunt." Noch drei Stunden bis zu ihrem Feierabend. Während das Thermometer noch fast 40 Grad anzeigt, haben Lennartz und das DLRG-Team die Stoßzeit schon überstanden. Im Ufer- und Wasserbereich denkt aber noch niemand ans Gehen.

Das neue Bade-Spielgerät am Kapbusch-Badesee in Hückelhoven-Brachelen wird sehr gut angenommen. FOTO: Jürgen Laaser

Rund um das Beachvolleyball-Feld haben sich vornehmlich Jugendliche angesiedelt. Bespielt wird der Platz nicht, Bälle fliegen trotzdem: Matthias Meerts (17) und sein Freund pritschen auf dem Rasen: "Sport gehört trotz Hitze dazu", sagt der Hückelhovener Gymnasiast. "Aber auf dem Sand verbrennen die Füße." Musik ist auch zu hören. Doch das Gelände ist groß, darum finden auch Ruhesuchende einen Platz zum Flätzen. Gerangel und Getobe herrscht auf der "Wibit-Slackline" im Wasser. Die Balance-Insel ist die neueste Attraktion. Man schlägt Salti vom Kletterberg oder balanciert auf den Luftbalken, mit einem Ziel: schnellstmöglich wieder in das Wasser eintauchen. Zwei Wochen ist es her, als die "sehr gute" Wasserqualität des Baggersees bescheinigt wurde. Letzten Sommer war das noch anders, als der See voller Algen war. Um das Problem zu lösen, hatte man unter anderem Karpfen eingesetzt. Die Maßnahme scheint zu wirken, auch wenn man die Fische nicht sieht: zu trüb. Allenfalls riecht man ab und an ihre Anwesenheit: leicht fischig.

Im "Ballermann 5" hat man es mit anderen Düften zu tun: Goldgelbe Pommes brutzeln in der Snackbar. Man nehme Eis oder "für einen Euro Süß." Die Zutaten für einen gelungenen Freibadbesuch sind immer noch dieselben. Der endet im Kapbusch, denn es ist 20 Uhr. Eltern tragen Kühlboxen, Kinder die Rucksäcke zum Ausgang. Dort wartet Yasmin Lennartz schon, um die Gäste zu verabschieden. Wieder vollständig bekleidet, geht man zurück in die zivilisierte Schonhaltung. Der Kurzurlaub am Kapbusch ist zu Ende, aber schön war's.

Quelle: RP
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