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Hückelhoven
Bei Führerscheinentzug auf die MPU gut vorbereiten

Hückelhoven. Aktionswoche: Kein Alkohol unterwegs! Beratungsstelle Hückelhoven bietet zehnwöchigen Kursus an.

"Kein Alkohol unterwegs!" fordert die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen anlässlich ihrer aktuellen Aktionswoche Alkohol. Aus diesem Anlass weist die Hückelhovener Beratungsstelle für Suchtfragen auf verschiedene Angebote für Menschen hin, die eben doch mit Alkohol unterwegs waren und im Straßenverkehr aufgefallen sind. Und sie rät Betroffenen, sich auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) auf jeden Fall gut vorzubereiten.

Wer mit mehr als 0,5 Promille am Steuer aufgefallen ist, muss in der Regel eine Geldbuße zahlen oder bekommt ab 1,1 Promille ein Strafgeld und eine Sperre. Bei einem Wert ab 1,6 Promille wird eine MPU verlangt. Diplom-Psychologin Marlies Trapp, Leiterin der Beratungsstelle, weiß aus Erfahrung, dass viele der Ertappten meinen, dass sie ihren Führerschein nach der Sperrfrist automatisch zurückbekommen. Deshalb nutzten sie die Zeit als "Fußgänger" nicht, um sich zu informieren und gegebenenfalls schon Maßnahmen zu ergreifen. "So geht viel Zeit verloren, die besser genutzt werden könnte, um sich auf die MPU vorzubereiten", stellte Marlies Trapp fest. "Wir haben verschiedene Angebote, abhängig vom Trinkverhalten und der danach zu stellenden Diagnose." Bestehe noch keine Alkoholabhängigkeit und lag der Promillewert knapp über 1,6, könne man mit einem Konsumreduktionsprogramm seine Verhaltensänderung nachweisen. Dazu gebe es einen zehnwöchigen Kursus ("Kontrolliertes Trinken"). Der koste inklusive Schulungsbuch 250 Euro, könne in zwei Raten bezahlt werden und werde von Krankenkassen bezuschusst.

Bei deutlich höherem Promillewert und bei vorliegender Alkoholabhängigkeit sei eine abstinenzorientierte Therapie nötig, um den Führerschein zurückzuerhalten. "Dazu beraten wir, vermitteln in stationäre Reha und bieten auch selbst im Haus eine ambulante Rehabilitation an", berichtete die Psychologin. Betroffene sollten sich in jedem Fall rechtzeitig informieren, um sich auf die MPU gut vorzubereiten. "Dann können sie die Zeit nutzen, im Kopf etwas zu ändern und im Verhalten. Und verstehen, dass Alkohol, Drogen und Auto zusammen nicht geht." Eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsum und der Kursus seien als Prävention für junge Leute zu verstehen - "rechtzeitig, bevor sie abhängig werden".

Kontakt Beratungsstelle für Suchtfragen, Dinstühlerstraße 29, Hückelhoven, 02433 98145200, E-Mail suchtfragen@caritas-hs.de, offene Sprechstunde: dienstags 16 bis 19 Uhr, donnerstags 9 bis 12 Uhr.

(gala)
 
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