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Hückelhoven
Beim Barbarafest in Hilfarth an die Tugenden der Bergleute erinnert

Hückelhoven. Knappenverein mit Musik, Bergparade durch den Stadtteil, ökumenischem Gottesdienst und einer "gemütlichen Schicht" im Vereinslokal Windelen. Von Willi Spichartz

Mehr denn je, heute und für die Zukunft, seien die bergmännischen Tugenden von Solidarität und Zusammengehörigkeit in der Gesellschaft notwendig. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Norbert Spinrath würdigte beim Gedenken an die toten Bergleute beim Barbarafest des Knappenvereins Hilfarth-Hückelhoven die gesellschaftliche Bedeutung dieser Tugenden wie auch die wirtschaftliche Leistung der im Bergbau Beschäftigten nicht zuletzt für den Wiederaufbau nach dem II. Weltkrieg.

Lebendige Tradition, das wird beim 1957 gegründeten Knappenverein St. Barbara Hilfarth-Hückelhoven jeweils um den 4. Dezember herum öffentlich sichtbar, wenn das Fest der Schutzheiligen der Bergleute, Barbara von Nikodemien, mit Musik, Bergparade durch den Stadtteil, ökumenischem Gottesdienst und einer "gemütlichen Schicht" im Lokal Windelen begangen wird. Und dass die Knappen ins Hilfarther Vereinsleben integriert sind, zeigt sich an der regen Beteiligung ganzer Abordnungen anderer Gemeinschaften wie dem Instrumentalverein, der schon vor der Bergparade im Vereinslokal musizierte, der Schützenbruderschaft, der Feuerwehrlöschgruppe und Mitgliedern weiterer Organisationen.

Erstmals fand der seit 26 Jahren zum Fest gehörende ökumenische Gottesdienst ohne Pfarrerin Irene Schlawin statt, die im Frühjahr verzogen ist. Zelebranten waren der katholische Pfarrer Georg Kaufmann aus Hückelhoven und die evangelische Pfarrerin Katja Hornfeck aus Bergheim. Musikalisch dabei die Bergkapelle Sophia-Jacoba, der Männergesangverein Hückelhoven-Kleingladbach, das Mandolinenorchester "Rurperle" Hilfarth und Rainer Wagner, der als Dudelsack-Solist beeindruckte. In der Bergparade traditionell dabei die Knappen- und bergmännischen Traditionsvereine aus Herne-Horsthausen, Aldenhoven und Lünen-Alstedde mit brennenden Grubenlampen, der Ring Deutscher Bergingenieure, eine Reihe von Kommunalpolitikern mit Bürgermeister Bernd Jansen und seinem Stellvertreter Dieter Geitner, dazu der CDU-Bundestagsabgeordnete Wilfried Oellers.

Norbert Spinrath erinnerte in seiner Rede an die Toten im Betrieb der Zeche Sophia-Jacoba, mehr als 300 von 1908 bis 1997, dem Schließungsjahr der letzten Grube im Aachener Revier - Schweigeminute. Bei der "Gemütlichen Schicht" im Vereinslokal mit Speisen, Getränken, Musik, Tanz und Liedern des Schachtchors zeichnete Vorsitzender Franz-Josef Bücken Jubilare aus. Robert Kohl gehört den Barbara-Knappen seit 50 Jahren an, Willy Henschke seit 25 Jahren, Jochen Rother erhielt eine Auszeichnung für 25 Jahre Vorstandsarbeit als Schriftführer.

Quelle: RP
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