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Hückelhoven
Bergbau-Sachverständiger untersucht Unglücks-Lore

Hückelhoven. Nach dem Tod des 22 Monate alten Jungen will die Staatsanwaltschaft Frage der Verantwortung klären.

Ein Bergbauexperte aus Bochum wird im Auftrag der Ermittlungsbehörden den tragischen Unglücksfall an einer Kipplore an Schacht 3 untersuchen, der vor einer Woche einen 22 Monate alten Jungen das Leben kostete. Nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Lothar Gathen ist der Hergang geklärt: Fünf in dem Schienentransportwagen spielende Kinder hatten den Aufbau zum Kippen gebracht, darunter wurde das Kleinkind eingeklemmt. Das Gutachten soll nicht die Frage klären, wie das passieren konnte, sondern warum, ob es hätte verhindert werden können.

"Es gibt keinen Zweifel an der Schilderung der Kinder, die oben auf der Lore waren", erklärte Gathen. "Es geht um die Frage, ob die Lore so scheinbar ungesichert da stehen durfte." Der Zaun um den Schienenwagen, in dem unter Tage Material und Werkzeug transportiert wurde, bleibt stehen. Mitfühlende Menschen haben weitere Kerzen und Bärchen an den Ort des Unglücks gebracht.

Die nächsten Großveranstaltungen rund um das Besucherbergwerk stehen an: Morgen ist Trödelmarkt, vom 7. bis 9. Oktober gastiert ein Puppentheater mit "Petterson und Findus". Der Bauzaun um die Lore bleibt, bis der Gutachter seine Arbeit abgeschlossen hat. Muss dann die Sicherheit des Ausstellungsstücks nachgerüstet werden? "Wir warten ab, bis die Staatsanwaltschaft das Ergebnis der Untersuchungen mitteilt", sagte Detlef Stab, der Vorsitzende des Fördervereins Schacht 3.

Die Stadt Hückelhoven plant hinter dem Gelände, das der Verein von der Industriedenkmal-Stiftung gemietet hat, eine Freizeitarena mit Open-Air-Bühne. Für dieses Areal ist eine Umzäunung geplant. Der Platz davor bleibt nach jetzigem Stand frei zugänglich.

(gala)
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