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Hückelhoven
Bewegende Frauen-Bilder bei Canthe

Hückelhoven: Bewegende Frauen-Bilder bei Canthe
Lutz Laumen (l.) und Andreas Wild sind mit ihren Fotografien derzeit zu Gast beim Kunstverein Canthe im Alten Rathaus in Ratheim. FOTO: Jürgen Laaser
Hückelhoven. In der aktuellen Ausstellung zeigen Andreas Wild und Lutz Laumen atmosphärisch vielschichtige Fotos von Frauen. Von Willi Spichartz

"Wer das Leben liebt, lässt den Alltag tanzen..." - Hinter einem derartigen Titel einer Kunstausstellung vermutet man zunächst nicht, dass es bei dieser Schau ausschließlich um Fotos und ausschließlich um Frauen als durch die Kamera-Linse gesehene "Objekte" geht. Und dass es weiterhin, so Dr. Hans Latour als Vorsitzender des veranstaltenden Canthe-Vereins zur Eröffnung im Alten Rathaus in Ratheim, um "die Schönheit der Frauen" geht, inszeniert von den Fotografen Lutz Laumen aus Neuss und Andreas Wind aus Köln.

"Eine leidenschaftliche Liebeserklärung an die Schönheit der Frauen" nennt Andreas Wind seine generell quadratischen Kompositionen mit teils unorthodoxen Bildschnitten. Und dem konnte sich auch die "alte Feministin", als die sich Soziologin Maria Riga in einführenden Worten vorstellte, nicht entziehen.

Burkhart Ollertz aus Heinsberg als künstlerischer Weggefährte von Lutz Laumen hatte zur Eröffnung seine Alt-Flöte und ein Stück mitgebracht, das keinem klassischen Tanzschema zuzuordnen ist: "Salome" aus der Kantate "Der weise Mann" des Südkoreaners Isang Yun, der lange Zeit als Professor in Berlin tätig war. Ein ausgesprochen arythmisch-modernes Stück.

Sie habe den beiden Fotografen, nach eigenem Bekunden Autodidakten, vor Ausstellungsbeginn eigentlich eine Reihe von Fragen zur Ausstellung und den Werken stellen wollen - das habe sich als überflüssig erwiesen, sagte die Soziologin und Kunstmanagerin Maria Riga im Hinblick auf die Kraft des fotografischen Bildes an den Wänden des Alten Rathauses. Und dass sich gleich zwei Fotografen dem Thema "Frauen" widmen, habe sie sehr neugierig gemacht. Das galt neben ihr auch für eine gute halbe Hundertschaft weiterer Foto-Kunst-Freundinnen und -Freunde, die zur Eröffnung gekommen waren. Am Sonntag ist die Schau noch einmal für das Publikum geöffnet.

Es sind keine Zufalls-Situationsbilder, die Laumann und Wind präsentieren, sie sind sehr bewusst inszeniert, zeigen im Normalfall nur eine Frau, bekleidet, halbbekleidet, nackt, ohne aufdringlich zu wirken. Wobei in Anspielung auf den Titel das Tänzerische aufscheint durch Posen in Körperlichkeit, unterstrichen vor allem mit Schleiern in verschiedenen Farben, die ihren festen Platz ohnehin im Ausdruckstanz besitzen.

Der poetischen Ausstellungsüberschrift entsprechen die Titel der Einzelbilder oder -Zyklen. "Manchmal kann man die Vergangenheit nur mit Sinnen festhalten", heißt es bei Lutz Laumen, der auch mit Filmen und als Lehrbeauftragter an Fachhochschulen für Kunst und Medien in Erscheinung getreten ist. Andreas Wind reduziert seine Aussagen fragmentarisch mit "La petite", einem Doppelporträt mit "Vagabond ways" passend. Aber Bilder sprechen ohnehin für sich, Texte bauen dazu einen Spannungsbogen auf.

Quelle: RP
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