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Hückelhoven
Blasmusik mit besonderer Rarität: Alphornklänge

Hückelhoven. International Brass interpretierte auf Einladung von "con brio" ein vielseitiges Programm auf Haus Hall. Von Philipp Schaffranek

Das Quintett "International Brass" ist Musikfreunden aus der Region wohlbekannt. Bereits zum dritten Mal gestalteten die Musiker das Schlosskonzert der Kammermusikfreunde Con Brio, das abwechselnd auf Haus Hall oder Schloss Rurich stattfindet. Zum ersten Mal spielte "International Brass" in Haus Hall.

Auf dem Heuboden des ehemaligen Kuhstalls unterhielten sie die Zuhörer mit abwechslungsreicher und anspruchsvoller Blechblasmusik. Wegen des unbeständigen Wetters hatte Con Brio entschieden, dass Konzert nach drinnen zu verlegen.

Bereits beim ersten Stück, dem "Präludium, Fuge und Ciaconna" des deutsch-dänischen Barockmusikers Dietrich Buxtehude ließ das Quartett durchblicken, was die Zuhörer an diesem Konzertnachmittag erwarten würde. Mit viel Leichtigkeit spielten die beiden Trompeten die vielen Läufe des Stückes. Viele Stellen davon waren teilimprovisiert. Posaune, Bass und Horn gaben das Tempo vor.

Nach dem Stück griff Posaunist Thomas Lindt zum Mikrofon. Der Musiker aus Wassenberg führte durch das Programm. "Mozart hat selten ergreifendere Akkorde, ergreifendere Melodien geschrieben", sagte er über das "Adagio und Allegro für eine Orgelwalze". Das Stück habe Mozart für ein Wachsfigurenkabinett geschrieben - ein echtes Kleinod der Musik. Bei diesem Stück begannen die Musiker das Adagio einfühlsam und ruhig. Diesen ersten Teil spielten sie mit den weicheren Flügelhörnern, statt mit Trompeten. Zu diesen griffen sie erst beim Allegro, dem feierlichen Teil des Stückes.

Eigentlich hat Antonio Vivaldi das "Concerto in C RV 560" für zwei Klarinetten, zwei Oboen, Streicher und Generalbass geschrieben. Hornist Wilhelm Junker hatte das Werk eigens für das Quintett umgeschrieben. Bei dem sehr hohen, unterschiedlich schnellen Stück übernahmen die Trompeten die Oboenstimmen, die Klarinettenstimmen wurden von der Posaune und dem Horn übernommen, und der Bass spielte die Rolle von Streichern und den Generalbass.

Vom Komponisten Jan Koetsier, der laut Thomas Lindt festgestellt hatte, dass gerade in Deutschland die Blechblasmusik viel zu wenig Wertschätzung erhalte, brachten die Musiker gleich zwei Musikstücke mit. Das Brass-Quintett und der Zirkusmarsch waren beide vor allem durch die schnellen Teile mit ihren vielen verschiedenen Rhythmen geprägt.

Bei den Zuhörern kam die jazzige "Porgy and Bess Suite" von George Gershwin sehr gut an. Kurz vor dem Ende des Schlosskonzertes war dann das "Pastoral für Alphorn und Bläserquartett" ein Höhepunkt. Dieses Stück hat der Hornist Wilhelm Junker selbst komponiert. Für das Stück legte er sein Horn zur Seite und griff zum Alphorn.

Hier zeigte "International Brass" einmal mehr seine Klasse, die auf dem Heuboden von Haus Hall, der sich wieder einmal als Konzertsaal bewährt hatte, sehr gut zur Geltung kam. Und auch nach dem nun dritten Schlosskonzert der Gruppe, zeigten sich die vielen Zuhörer begeistert.

Quelle: RP
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