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Hückelhoven
Blinder aus der Bibel krass aktuell

Hückelhoven. 30 Kinder der Johann-Holzapfel-Grundschule brachten das Musical "Bartimäus - Ein wunderbarer Augenblick" auf die Bühne. Von Nicole Peters

Eine Situation, die jeden treffen könnte: Bartimäus (Majlinda Kremers) ist ein ganz normaler Junge in der Gegenwart, der das Fußballspielen liebt. Nur werden seine Augen immer schlechter. Als er den Ball kaum noch trifft, hänseln ihn seine Freunde. Es ist der Ausgangspunkt für das Kindermusical "Bartimäus - Ein wunderbarer Augenblick", das 30 Kinder der Johann-Holzapfel-Grundschule im vergangenen halben Jahr unter der künstlerischen Leitung von Ulrike Minkenberg eingeübt haben.

Eine schwungvolle Premieren-Aufführung mit vielen Liedern vor bunt gestalteter Kulisse präsentierten sie dem begeisterten Publikum in der Aula. Die spannende Geschichte, die wie ein Märchen klingt, aber in Wirklichkeit passiert ist, wie eine Erzählerin sagte, basierte auf der 2000 Jahre alten Geschichte von Bartimäus, dem blinden Bettler aus der Bibel. Frank Kampmann hatte sie als Kindermusical umgesetzt, und die Aufführung war durch das Landesprogramm "Kultur und Schule" gefördert worden.

Prominente Gäste, die sich das mehr als einstündige Ereignis anschauten: stellvertretender Bürgermeister Dieter Geitner, Schulverwaltungsamts-Leiter Frank Heinen und Schulamtsdirektorin Dr. Hildegard Hosterbach. Schulleiterin Heike Ladleif begrüßte alle. "Krass, was da abgegangen ist", urteilte im Weiteren eine der drei Erzählerinnen - ebenso ein Beispiel für moderne Ausdrücke, die aufgenommen wurden. Die Lieder "Durchblicker" oder das fetzige Stück "Blindfisch" sangen die Kinder mit wenig Verständnis für Bartimäus' schwierige Lage. Nur dessen gehbehinderte Freundin Ava (Defne Verim) hielt uneingeschränkt zu ihm. Ein Jahr später war Bartimäus ganz erblindet und bettelte für seinen Lebensunterhalt in Jericho. Bis eines Tages der Pilgerreisende Jesus (Johannes Yamin) in die Stadt kam und ihn von seiner Krankheit heilte.

Die Zuschauer erlebten Tiefpunkte und viel Verzweiflung beim Hauptakteur mit. Sympathie ernteten im Lauf der Geschichte drei ebenfalls schlecht sehende Maulwürfe, die sich mit Bartimäus solidarisierten. Der Wechsel von Bühnenelementen zeigte gleichzeitig den Ortswechsel an: vom Fußballfeld ganz vor die Mauern der Stadt. Orientalische Requisiten und farbenreiche, glänzende Gewänder ließen die Zuschauer ganz in die weit entfernte Gegend eintauchen. Und mit durch die Luft gewirbelten bunten Tüchern unterstrichen die Schauspieler die Bedeutung der vielen Farben, die ein Sehender wahrnimmt und die der blinde Bartimäus zunächst sehr vermisste.

Das Lied "Die Farben des Lebens - ich habe den Durchblick" stellte die erlösende Wirkung des heilenden Wunders gut dar. Ebenso wie zuvor Lieder im Stil von Danceflor, Hip-Hop, Rock oder Ballade, die Worte und Geschehnisse gelungen begleiteten. Das Musical, das zeigte, wie wichtig es ist, sich für Schwächere einzusetzen, und das zum Nachdenken über Freundschaft, Respekt, Zivilcourage und Nächstenliebe anregte, hatten die Grundschüler mit tollem Engagement und viel Können auf die Bühne gebracht.

Quelle: RP
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