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Hückelhoven/Erkelenz
"Bühne frei" für den Nussknacker

Hückelhoven/Erkelenz: "Bühne frei" für den Nussknacker
Im Ballettstudio Schwanensee in Erkelenz-Schwanenberg unterrichtet Angie Kus (anerkannte Pädagogin der Royal Academy of Dance und ehemalige Profitänzerin) seit 2003 Schüler aller Altersgruppen. Kus und ihre Schüler realisieren alle zwei Jahre eine große Aufführung mit mehr als 200 Mitwirkenden - am Wochenende wurde insgesamt drei Mal "Der Nussknacker" in der Hückelhovener Aula getanzt. FOTO: Renate Resch-Rueffer
Hückelhoven/Erkelenz. Ergreifender Beifall in der ausverkauften Hückelhovener Aula: Ballettschüler begeistern mit "Nussknacker"-Inszenierung. Von Kaan Cevahir

Rund 270 Schülerinnen und Schüler des Ballettstudios Schwanensee inszenierten am Wochenende das Ballett "Der Nussknacker" zur Komposition von Pjotr Iljitsch Tschaikowski in einer Art und Weise, die ästhetisches Qualitätsgefühl und Akkuratesse in der choreographischen Ausführung bewiesen.

Die Geschichte des Nussknackers baut auf jene typisch romantische Thematik auf, die Interpretationspotenzial offenlegt und auch rückblickend auf ihre Entstehungsgeschichte konsequenterweise von mehrfacher Adaption geprägt ist. Der Nussknacker, zunächst ein Weihnachtsgeschenk für Clara, erwacht in ihren Träumen zum Leben. Gemeinsam widersetzen sie sich dem Mäusekönig und reisen in das phantastische Reich der Süßigkeiten. Es verwundert nicht, dass gerade dieses Ballett mit einer solchen Handlung mittlerweile in die Weihnachtszeit fest verankert wurde. Hier reiht sich Ballettlehrerin Angela Kus ein, unterer deren künstlerischer Leitung die Inszenierung des Balletts eine überzeugende Authentizität gewinnt. In ihrer Herangehensweise sieht Kus streng von einem Nacheifern und ebenso von verschiedenen Vorlagen ab. Stattdessen hält sie, geleitet von ihrer Phantasie und ihrem künstlerischen Anspruch, an ihrem eigenen Ideal fest. Farbenreich, doch an Effekten nicht überladen bildeten die Bühnenbilder verschiedene Atmosphären, die jeweils in die szenischen Handlungen hineinzogen. Die asiatische Exotik angemessen getroffen, beeindruckte in diesem Zusammenhang vor allem der "Chinesische Tanz", in dem nicht nur ein großer Drache in Erscheinung trat, sondern auch kleine Tänzerinnen mit dem Aufklappen ihrer chinesischen Fächer die Musik geschickt akzentuierten. Derartige musikalisch-choreographische Verknüpfungen wurden regelmäßig hergestellt, wie etwa die kurzen und kräftigen Schritte der Zinnsoldaten, auf die scharfe Marschrhythmik folgten, oder die Verwirbelungen im Tanz der Mäuse, die auf die gewaltigen Spannungsbögen in der Musik wohl abgestimmt waren. Die Choreographien konzentrierten weniger motorische Höchstleistung, sondern mehr einen Bewegungsumfang, der auch für die Kleinsten möglich war. Dennoch bewiesen die Solisten den Ehrgeiz zur Professionalität, nicht nur durch Präzision in der technischen Ausführung, sondern auch durch wandlungsfähige Gestik und Mimik, zumal alle Tänzerinnen und Tänzer hervorragend in ihre jeweiligen Rollen zu schlüpfen wussten.

Die Kostümierung der Smarties, Bonbons und Edelsteine im Reich der Süßigkeiten entzückten, und es waren vor allem die ganz kleinen Tänzerinnen und Tänzer, die an diesem Abend groß auf der Bühne standen und ihre Choreographien souverän ausführten. Spaß und Disziplin strahlten in ihren Augen und ebenso das Potenzial, welches in ihnen schlummerte. Der Abend zeigte aber auch, welche Form seriöse Kunst annehmen kann, wenn sie Kindern geschenkt wird. Der Nussknacker jedenfalls nahm eine an, die von Lebhaftigkeit und Originalität gekennzeichnet war.

Am Ende versammelten sich alle Tänzer auf der Bühne und verbeugten sich. Der ergreifende Beifall aus dem ausverkauften Saal wiederum zeigte, dass das Publikum für eine solch beeindruckende Darbietung zu danken hatte.

Quelle: RP
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