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Hückelhoven
"Danksagung" für 83 Jahre Pfarrleben

Hückelhoven: "Danksagung" für 83 Jahre Pfarrleben
Zu den Klängen der Bergkapelle Sophia-Jacoba zogen Geistliche und Vereine in den Kirchenraum ein. Die Bergarbeiterkirche wurde im festlichen Gottesdienst entwidmet. Zu einer künftigen Nutzung gibt es noch keine Entscheidung. FOTO: JÖRG KNAPPE
Hückelhoven. Die Hückelhovener Bergarbeiterkirche St. Barbara ist Geschichte. Sie wurde durch Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Leiter der Hauptabteilung Pastoral/ Schule/ Bildung des Generalvikariats, entwidmet. Prozession in die Zukunft - zu St. Lambertus. Von Willi Spichartz

"Die Kirche verliert damit ihre Weihung und ist nach kanonischem Recht kein Heiliger Ort mehr." Was am Vierten Adventssonntag, 24. Dezember 1933, mit der Weihe begann, endete am Samstag mit der Entwidmung: Die katholische St.-Barbara-Kirche auf dem Hückelhovener Wadenberg an der Bergmannssiedlung wurde in einem feierlichen Gottesdienst durch Pfarrer Rolf-Peter Cremer vom Bistum Aachen aus ihrer Bestimmung entlassen. Unter Geläut beider Gotteshäuser wurden die liturgischen Geräte mit der Monstranz in einer Prozession in die verbleibende Pfarrkirche St. Lambertus im Alt-Hückelhovener Tal gebracht.

Die Bergkapelle Sophia-Jacoba spielte am Altar, als unter Geleit der Schützenbruderschaft vom Allerheiligsten Sakrament des Altares, dem Knappenverein St. Barbara Hilfarth-Hückelhoven und einer Abordnung der Löschgruppe Hückelhoven der Freiwilligen Feuerwehr Pastor Rolf-Peter Cremer, Pfarrer Georg Kaufmann, Pater Anton Steinberger und Pater Dr. Christian Okwuru mit dem weiteren Pastoral-Team und Ministranten zum letzten Gottesdienst nach knapp 83 Jahren einzogen. Fast bis auf den letzten Platz waren die 28 Bänke der hellen Kirche über Rurtal, Stadt und ehemaliger Zeche gefüllt, gut 200 Gläubige aus der Doppelpfarre St. Lambertus und Barbara, aber auch aus Nachbargemeinden hatten sich zu diesem denkwürdigen Termin in dem auch kunstgeschichtlich interessanten Bauwerk eingefunden.

In seiner Predigt ging Rolf-Peter Cremer auf die Bedeutung von Kirchengebäuden im Katholizismus ein, die Orte der Grundlage des Glaubens seien, Orte, in denen Brot, Wein und die Menschen zusammenkämen. Dies gelte für die Barbarakirche auch, deren Schließung durch die Pfarrgremien und den Diözesanpriesterrat beschlossen war und die Weihbischof Karl Borsch formal vollzogen hatte, was auch für Wut und Ärger gesorgt habe. Dennoch sei auch Dankbarkeit angebracht mit dieser Eucharistiefeier, das altgriechische "Eucharistie" bedeute "Danksagung", für das das Pfarrleben mit zahllosen Veranstaltungen in diesen 83 Jahren. Die Feiern aller Art mit Priestern, Ehrenamtlichen und Gläubigen blieben in den Mauern auch bei jedweder anderen Nutzung erhalten. Am Barbaratag, dem 4. Dezember, werden nach altem Brauch Baumzweige geschnitten, in Wasser gesetzt und damit im Advent zum Blühen gebracht. Cremer abschließend: "Wir wollen in die Zukunft schauen und neue Blüten wachsen lassen. Mit Menschen, Brot und Wein."

Nach dem Ende des musikalisch vom Kirchenchor unter Leitung von Georg Pusch mitgestalteten Gottesdiensts wurden das liturgische Interieur von St. Barbara in einer Prozession durch die Innenstadt im Glanz der letzten Sonnenstrahlen zur Lambertuskirche gebracht, wo der Schlusssegen erteilt wurde. Mit fröhlichen Chorälen begleitete die vierköpfige "Combibrass" aus Jülich den Zug zwischen den Kirchen.

Im Geläut der Barbara-Kirche ist auch die rund 700 Jahre alte Marienglocke, die bis 1913 im Turm von St. Lambertus schwang, 1933 aus dem Kölner Diözesanmuseum nach St. Barbara expediert wurde. Sie ist nun ein zweites Mal außer Dienst gestellt.

Quelle: RP
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