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Hückelhoven
Der Kampf zweier Königinnen

Hückelhoven: Der Kampf zweier Königinnen
Der Literaturkursus 2 des Gymnasiums Hückelhoven führte "Maria Stuart" auf. In den beiden Hauptrollen standen sich Grit Meuser als Elisabeth (li.) und Lara Häusler als Maria verfeindet gegenüber. FOTO: GYMNASIUM HÜCKELHOVEN
Hückelhoven. Literaturkursus des Gymnasiums Hückelhoven auch heute und morgen Abend in der Aula. Von Daniela Giess

Zwei verfeindete Frauen treffen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine, frustriert durch ihre unzureichende Rolle als Frau, mit negativem Charakter - Elisabeth, Königin von England (gespielt von Julia Kamper und Grit Meuser). Stolz, mächtig und heuchlerisch, kennt sie keine echte Liebe. Die andere, Maria Stuart (Chantal Recker und Lara Häusler), offen, ehrlich, Leidenschaft weckend und von ihrem Volk vertrieben, wird von ihrer Kontrahentin gedemütigt und schließlich hingerichtet.

Mit Friedrich Schillers bekanntem klassischen Drama Maria Stuart beleuchteten die Schülerinnen und Schüler aus dem Literaturkursus des Hückelhovener Gymnasiums das folgenschwere Aufeinandertreffen zweier Königinnen. Knapp 90 Minuten lang erzählten sie die Geschichte von Demütigung und Konkurrenz, wurden dafür zum Schluss mit viel Applaus bedacht. Unter der Regie ihrer Lehrerin Christine Wolff hatten sich die insgesamt 28 literaturbegeisterten Mädchen und Jungen fast ein Jahr lang mit dem historischen Stoff auseinandergesetzt, der in Schillers Trauerspiel in fünf Akten verarbeitet wurde. Fasziniert vom Schicksal der schönen und leidenschaftlichen Maria Stuart, habe Schiller nach der Beendigung von "Kabale und Liebe" ein Drama über die schottische Königin geplant, machte Christine Wolff in ihrer Begrüßungsansprache deutlich. Im Zentrum des Stücks stünden zwei starke Frauen, die um Autonomie kämpften. Die eine in wirklicher Gefangenschaft, die andere abhängig von der Meinung ihres Volkes und Wahrung des Scheins.

In diesen "hochpolitischen Konflikt", so die Kursleiterin, mischten sich Privatismen, Begehren, Religion, das Ringen um Anerkennung sowie die Frage nach dem Verhältnis von Macht und Moral, erläuterte Christine Wolff. Als der Autor 1799 begonnen habe, sein Trauerspiel zu verfassen und es ein Jahr später am Hoftheater in Weimar uraufgeführt worden sei, habe er das Scheitern der Französischen Revolution erlebt und den Glauben an soziale Verbesserungen durch die Politik verloren. Tiefer Pessimismus kennzeichne sein klassisch geformtes Werk, so Wolff. "Macht und Menschlichkeit schließen sich aus, Macht macht Menschen zu Mutanten." Bis heute sei "Maria Stuart" erschreckend aktuell geblieben, da Machtkämpfe, Intrigen und Manipulation in einer teilweise immer noch von Männern dominierten Welt allerorts an der Tagesordnung seien.

Durch das Theaterspiel hätten sich die Kursteilnehmer der Interpretation des Dramas genähert. Sie stellten den gefährlichen Konflikt zwischen den beiden Königinnen dar. Denn auch Maria Stuart, Königin von Schottland und durch ihre Ehe mit Franz II. ebenso Königin von Frankreich, hat Anspruch auf den Thron von Königin Elisabeth, die ihre Rivalin gefangen nehmen und internieren lässt. Mortimer (Mira Sachs, Tarik Yildirim) nimmt den Auftrag zum Mord an ihr jedoch nur zum Schein an. Ein Versöhnungsversuch scheitert, Elisabeth will den Thron sichern und lässt Maria Stuart töten. Sie unterzeichnet das Urteil, schiebt den Vollstreckungsbefehl aber anderen zu, verliert schließlich alle Berater.

Noch bis zum morgigen Mittwoch laden die jungen Akteure aus dem Literaturkursus jeden Abend um 19.30 Uhr zum Theaterabend in die Aula ein. Eintrittskarten zum Preis von vier Euro (ermäßigt 2,50 Euro) sind im Sekretariat des Gymnasiums oder an der Abendkasse erhältlich.

Quelle: RP
 
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