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Hückelhoven
Der Neue: Pfarrer Georg Kaufmann

Hückelhoven: Der Neue: Pfarrer Georg Kaufmann
In der Dunkelheit der Osternacht 2007: Auf dem Flugdeck der "Mosel" feierte Georg Kaufmann Gottesdienst mit über 50 Soldaten der verschiedenen Einheiten, die dann das Osterfeuer entfachten. FOTO: BUNDESWEHR/ALEXANDER KOVACEV
Hückelhoven. Der Militärdekan Georg Kaufmann (52) ist bei der Bundesmarine von Bord gegangen. Der gebürtige Odenkirchener steuert von Jever aus gen "Heimathafen". Neue Heimat soll nach dem Willen des Bistums die GdG Hückelhoven werden. Von Gabi Laue

Ein Satz aus dem Januar-Pfarrbrief der GdG Hückelhoven deutet eine entscheidende Wende für die seit Jahren offene Stelle eines leitenden Pfarrers für Hückelhoven an: "Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff beabsichtigt, Pfarrer Georg Kaufmann zum neuen Pfarrer aller Pfarreien in der Gemeinschaft der Gemeinden zu ernennen." Donnerstagabend hat der GdG-Rat dazu ein einhelliges Votum erteilt, das er nun ans Bistum weiterleitet. Nun kann er alsbald kommen, der Neue, vielleicht schon zum 1. März.

Sein bisheriger Werdegang klingt spannend. 13 Jahre lang war Georg Kaufmann Militärgeistlicher. Feierte Gottesdienst in der Unteroffiziersmesse auf Marine-Fregatten, leistete Beistand bei Trauerarbeit um gefallene Kameraden in Afghanistan, stellte die seelsorgerische Betreuung von Soldaten an Land und auf See sicher.

Im deutschen Einsatzkontingent des multinationalen UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon) Marineverbandes auf Zypern, einer Task Force aus sieben Nationen, verbrachte er das Osterfest 2007. Er zelebrierte damals den Palmsonntags-Gottesdienst auf dem Flugplatz der Marineflieger in der zyprischen Hafenstadt Pafos, feierte Gründonnerstag eine Messe auf dem Flugdeck des Tender "Mosel" in Limassol und Karfreitag mit dem Pfarrer des norwegischen Kontingents einen Gottesdienst auf Deutsch, Englisch und Norwegisch. In der Osternacht entfachte der Militärdekan mit Soldaten auf dem Flugdeck das Osterfeuer, um dann von der Osterkerze ein Licht an jeden Soldaten weiterzugeben.

2008 erlebte Georg Kaufmann die gefahrvolle Somalia-Operation Atalanta am Horn von Afrika mit, die humanitäre Hilfslieferungen für Somalia schützen und die von Somalia ausgehende Piraterie auf See bekämpfen sollte. Als Militärdekan fuhr er auf der Fregatte "Karlsruhe" mit. Sein blauer Bordgefechtsanzug trug auf den Schulterklappen Kreuze, bei liturgischen Handlungen legte er Messgewänder an. Der Militärdekan leistete "alltägliche" Seelsorge in einem sehr speziellen Umfeld. Betreuung der Angehörigen an Land gehörte dazu, auf See gab es neben Gottesdiensten viele seelsorgerische Gespräche, auch das Beichtsakrament spielte eine wichtige Rolle.

Georg Kaufmann wuchs in Odenkirchen auf, wo er nach der Grundschule das Gymnasium bis zum Abitur 1983 besuchte. In Bonn und Innsbruck studierte er Katholische Theologie, Philosophie und Psychologie. Im Bistum Aachen war er von 1990 bis 1994 Kaplan, dann bis 1997 Subsidiar, Pfarrer und Diözesanpräses. In die katholische Militärseelsorge trat er im Januar 2000 ein. Seit Oktober 2013 war er Pfarrer und Subsidiar für die Region Mönchengladbach, half auch an St. Marien Rheydt aus.

In St. Lambertus Hückelhoven hat sich Pfarrer Kaufmann am 8. Dezember allen Gremien und Ehrenamtlern bereits vorgestellt, und kam, so ein Teilnehmer, "ganz sympathisch rüber". GdG-Ratsmitglieder wünschen sich, dass er so schnell wie möglich seinen Dienst antritt. Zuvor muss der 52-Jährige noch in Jever "klar Schiff" machen und hier eine Wohnung suchen, dann kann er bei der GdG Hückelhoven an Bord gehen. "Wir freuen uns sehr", versichert für das Pastoralteam Diakon Manfred Kappertz.

Quelle: RP
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