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Hückelhoven
Deutsche Sprache besser kennengelernt

Hückelhoven. Der Lions Club Selfkant hatte mit einer Spende an die Flüchtlingspaten ein Sprachferiencamp für Flüchtlingskinder ermöglicht. Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren führten ein selbst erdachtes Theaterstück auf. Von Philipp Schaffranek

Dagmar Raida zieht ein positives Fazit. "Die Kinder sind freier geworden im Sprechen", sagt die Hauptschullehrerin für Mathe und Technik. In der ersten Woche der Herbstferien leitete Raida in der Hauptschule In der Schlee ein Sprachferiencamp für Flüchtlingskinder. Gerade haben die 22 Kinder zum Abschluss ein kurzes Theaterstück aufgeführt. "Robin Hood und Zorro" hatten sie das Stück genannt, dass sie sich - basierend auf den beiden Figuren - selbst ausgedacht hatten.

Eine Spende des Lions Clubs Selfkant an das Projekt "Flüchtlingspaten" hatte das Sprachferiencamp ermöglicht. Eine Woche lang lernten die Flüchtlingskinder die deutsche Sprache besser kennen. Lehrerkollegen führten das Sprachcamp mit Raida durch. Auch vier Schüler des Hückelhovener Gymnasiums halfen mit. Für die Theateraufführung übten Ramon Linde und Diana Margolina von der Theaterschule Aachen mit den Kindern.

Das Theaterstück hatten die Kinder gemeinsam erarbeitet. "Wir haben die Kinder gefragt und uns viel an ihnen orientiert", sagt Ramon Linde. Der Anfang sei nicht leicht gewesen, weil die jungen Leute, die zwischen zehn und 16 Jahre alt waren, Theaterspielen nicht wirklich kannten. Nachdem die anfänglichen Schwierigkeiten jedoch überwunden waren, entwickelte sich dann das Stück. Herausgekommen war ein kurzes, selbst geschriebenes Stück, in dem es um Gerechtigkeit ging. Die Idee, ein Theaterstück über Robin Hood und Zorro zu machen, kam von den Kindern. Einige kannten die beiden Figuren und erklärten sie den anderen. In dem Theaterstück ging es um einen Diebstahl. Robin Hood und Zorro sorgten dafür, dass die Diebe bestraft wurden. Die Bestohlenen bekamen ihr Eigentum zurück. Zur Aufführung saß dann der Text, den die Kinder und Jugendlichen flüssig und auswendig vortrugen.

Für die Theateraufführung übten die Kinder nachmittags. Die Tage starteten aber immer mit einem gemeinsamen Frühstück am Morgen. Bereits bei der Zubereitung des Frühstücks achteten die Betreuer darauf, dass die Kinder die deutsche Sprache kennenlernten. "Beim Arbeiten haben wir dann alle Sachen benannt", sagt Dagmar Raida. Somit lernten die Kinder die neue Sprache in einer Alltagssituation. Im Anschluss daran gab es Sprachunterricht in Kleingruppen. Die jungen Leute machten zudem gemeinsam Sport und Musik. Außerdem wurde gebastelt. Untereinander tauschten die Flüchtlingskinder, die aus unterschiedlichen Ländern kamen, aus. "Sie haben sich viel erzählt", sagt Raida. Die Kinder hätten dabei auch über ihre Flucht und die Heimatstädte geredet.

Helmut Holländer, Erster Beigeordneter der Stadt Hückelhoven, dankte vor allem den Lehrern, die das Sprachferiencamp erst ermöglicht hatten: "Ohne diese Aktivität der Lehrer wäre das nicht zustande gekommen." Zudem hatte er ein Lob für die Flüchtlingskinder: "Ihr habt die Ferien genutzt, um euch weiterzubilden."

Quelle: RP
 
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