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Hückelhoven
Die mobilen Damen von der Tee-Stunde

Hückelhoven. Vier über 90-Jährige des Evangelischen Altenzentrums Hückelhoven zeigten beim wepStrom-Lauf, dass man sich auch im Alter noch bewegen kann. Von Hendrike Gierth

In der Tee-Stunde von Veronika Muhlmann-Groten gibt es eine feste Regel: "Es wird nicht gebastelt oder gesungen", sagt die Alltagsbegleiterin des Evangelischen Altenzentrums Hückelhoven. Und damit stößt sie beim Quintett des "Teekränzchens", Marianne Straußfeld, Anneliese Krämer, Sophia Kochs, Christel Redeleid und Barbara Hentschel, auf offenen Ohren, denn die fünf sprühen geradezu vor Lebensenergie. "Wir sind nicht alt, wir sind länger jung geblieben", ist das Motto des Quintetts, und so treffen sich die Damen immer mittwochs zu abwechslungsreichen Aktivitäten, wobei es auch kein Handicap ist, dass die über 90-Jährigen allesamt nicht mehr so gut zu Fuß sind, auf den Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind. Dennoch machte sich bei den fünf Damen erst einmal ein wenig Skepsis breit, als Veronika Muhlmann-Groten wieder einmal mit einer ihrer verrückten Ideen ankam: "Wir starten beim wepStrom-Lauf als Ü 90-Staffel", erklärte die passionierte Läuferin ihren Tee-Stunden-Damen, die nach einigen Nachfragen dann aber Feuer und Flamme für den Vorschlag waren. "Und das ist auch das Begnadete an der Truppe, die muss man nicht überreden", sagt Veronika Muhlmann-Groten.

Und so war es abgemacht: Als erstes organisierte die Alltagsbegleiterin mit Rike Grote, Josef Göbels und Heinz Maaßen für jede Dame einen festen "Schieber", dann gab es bei einem Spendenlauf in Linnich eine Generalprobe, die bei allen Lust auf mehr machte. "Da hat die Teams dann schon ein bisschen der Ehrgeiz gepackt", erinnert sich die Alltagsbegleiterin, die auch noch für alle pinkfarbene T-Shirts mit der Aufschrift "Ü 90 bewegt" organisiert hatte.

Am großen Tag waren damit alle gerüstet - und die Ü 90-Staffel avancierte schnell zum krönenden Abschluss der großen Laufveranstaltung in der Hückelhovener Innenstadt. Spätestens als das Quartett sich wenige Meter vor dem Ziel aus seinen Rollstühlen erhob und mit dem Rollator den Zielstrich überquerte, hatten die Damen vom Ev. Altenzentrum die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert und für den emotionalen Schlusspunkt gesorgt. Inzwischen sind sie auch noch kleine Stars im Internet: Die beiden Videos vom Staffelrennen wurden auf der Facebookseite des Altenheims jeweils mehr als 1500 mal angeklickt, zudem schafften sie es mit einem Bericht in die Hausnachrichten. So verwundert es auch nicht, dass schon jetzt fest steht: "Das machen wir noch mal."

Quelle: RP
 
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