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Hückelhoven
Die "Wave" macht Station in Hückelhoven

Hückelhoven: Die "Wave" macht Station in Hückelhoven
Rallye-Fahrerin Jutta Kleinschmidt und Teamkollege Martin Hollingsworth (r.) wurden von WEP-Geschäftsführer Christoph Langel begrüßt. FOTO: Jürgen Laaser
Hückelhoven. 70 Teams aus acht Ländern rühren bei der mobilen Schau die Werbetrommel für Elektroautos. Von Daniela Giess

Geduldig erklärt Jutta Kleinschmidt den Schülern des Hückelhovener Gymnasiums, was bei einem Elektroauto anders ist. Die 53-Jährige, die einst als einzige Gewinnerin in der Gesamtwertung bei der berühmten Rallye Dakar zu Weltruhm gelangte, lässt einen Jungen hinter dem Steuer ihres weißen Autos Platz nehmen.

Es macht ihr Spaß, gerade jungen Menschen die Vorzüge der Elektromobilität zu erläutern. "Die haben einfach eine offenere Einstellung, sind interessiert an neuen Technologien", sagt die studierte Physikerin und Diplom-Ingenieurin, die sich 1992 als professionelle Rallye-Fahrerin selbstständig machte und damit in eine Männerdomäne einbrach. Kleinschmidt beschäftigt sich seit etwa vier Jahren mit dem Thema Elektromobilität, ist zurzeit Teilnehmerin der größten E-Mobil-Rallye der Welt, der WAVE (World Advanced Vehicle Expedition), die gestern am Firmengebäude der WEP an der Sophiastraße einen kurzen Zwischenstopp einlegte.

70 Teams aus acht Ländern, darunter die Schweiz, Griechenland, Italien und Kanada, rühren bei der mobilen Schau kräftig die Werbetrommel für das leise Fahren fast ohne Geräusche und auch ohne Tankinhalt. Aufgeladen wird an der Steckdose. "Gucken Sie mal", schmunzelt Jutta Kleinschmidt und öffnet die Motorhaube ihres Wagens. Unzählige Kabel kommen zum Vorschein, die die gebürtige Berchtesgadenerin, die heute in Monaco lebt, immer dabei hat. Denn für die unterschiedlichen Steckdosen sind verschiedene Stecker notwendig. "Zu Hause an einer normalen Haushaltssteckdose dauert das Aufladen ungefähr acht Stunden", sagt die Fahrzeug-Expertin. An einer Ladestation, wie sie inzwischen schon an vielen Supermärkten zu finden sei, nur etwa 30 Minuten. Kleinschmidt propagiert vor allem die geringen Kosten für den Unterhalt. "Unterwegs gibt's den Strom meistens geschenkt." Die Bedienung sei einfach, ähnlich wie beim Automatik-Fahrzeug ohne Schaltung. Und auch mit dem Vorurteil, Elektroautos seien für längere Distanzen wenig sinnvoll, räumt sie gründlich auf: "Wer vorausschauend und Strom sparend fährt, kommt sehr weit."

Eigenkonstruktionen wie auch Serienmodelle sind bei der WAVE am Start, deren Teilnehmer gestern auch am Erkelenzer Cusanus-Gymnasium Station machten. Das Motto lautet "WAVE EARTH". Das Besondere: Etwa 25.000 Klima-Versprechen von Mädchen und Jungen aus der ganzen Welt wurden gesammelt. Die bunten Grußkarten werden am 17. Juni an Vertreter der UNO in Genf übergeben. Bei der nächsten Weltklimakonferenz, die im November im marokkanischen Marrakesch stattfindet, soll daraus das größte Grußkarten-Mosaik der Welt entstehen. Übernachtet wurde in Hückelhoven im Hotel am Park, bevor die Verfechter der Elektromobilität gestern weiterfuhren in Richtung Mannheim.

"Für uns ein sehr wichtiges Thema", betont WEP-Geschäftsführer Christoph Langel, der die WAVE-Teilnehmer und mehr als 50 Hückelhovener Gymnasiasten auf dem Firmengelände an Schacht 3 begrüßte und zu einer Besichtigung des modernen Biomasse-Kraftwerks einlud, in dem aus Holz Strom entsteht.

Rostig, alt und mit einem Benzinmotor ausgerüstet - der Transporter einer Sanitärfirma aus Flensburg hatte schon bessere Tage gesehen. Hanno Otzen kaufte das aus der DDR stammende Fahrzeug spontan vor 13 Jahren. "Ich mochte es gleich leiden, und es war auch nicht teuer." Umgerüstet zum Elektromobil, ist der Fahrer aus dem hohen Norden bei der Werbefahrt mit seinem alten Auto Baujahr 1964 dabei.

Quelle: RP
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