| 00.00 Uhr

Hückelhoven
Ein Meister der Klangfarben am Piano

Hückelhoven: Ein Meister der Klangfarben am Piano
Er zählt zur internationalen Elite der jüngeren Pianisten-Generation: Severin von Eckardstein begeisterte am Flügel der Aula in Hückelhoven. FOTO: Laaser
Hückelhoven. Im grandiosen Konzert eröffnete Severin von Eckardstein die neue Reihe "Klavier entlang der Rur". Realisiert wird diese von "con brio", VHS und Jugendmusikschule. Von Angela Wilms-Adrians

Severin von Eckardstein kennt die großen Konzertsäle der Metropolen - und er kennt die Aula von Hückelhoven. Hier begeisterte der Pianist sein Publikum mit unendlich reich entfalteter Klangmalerei und bravourösem Spiel. Von Eckardstein horcht dem Klang nach, lotet Grenzen des Machbaren aus - so etwa, wenn er im feinsten Piano immer noch neue Nuancen auftut und genial differenziert.

Eingeladen hatte der Konzertveranstalter "con brio" - Freunde der Kammermusik in Kooperation mit der VHS des Kreises Heinsberg und der Jugendmusikschule Heinsberg. Das Konzert war der beeindruckende Auftakt zur gemeinschaftlich realisierten neuen Reihe "Klavier entlang der Rur". Zur Begrüßung zitierte "con brio"-Vorsitzender Rudolf Lengersdorf den Musikkritiker Wolfram Goertz, der von Eckardstein als "Meisterpianisten aus Meerbusch" bezeichnet hat. Zu Werken von Claude Debussy, Gabriel Dupont, Oliver Messiaen und Franz Liszt bestätigte der Interpret die Wahrhaftigkeit dieser Einschätzung.

Der Einstieg war zu Debussys "Images", Heft 1 kristallin, sphärisch - einfach wunderschön. Der Pianist gestaltete ein filigranes Klanggebilde von faszinierender Schwerelosigkeit und dabei zugleich tiefgründiger Intensität. Er ließ die Töne leuchten, reich differenziert funkeln und verglühen. Von Eckardstein berührte und verzauberte sein Publikum mit unendlich reichen Schattierungen. So auch zu Duponts Stücken aus "La maison dans les dunes". Hier tupfte er die Töne zuweilen auf wie ein impressionistischer Maler seine Farben und kontrastierte dazu brillant betriebsam anmutende Sequenzen und ein im sprunghaften Charakter kapriziös anmutendes Stück.

Zum "Courlis cendre" (Der Schnepfe) aus Messiaens umfassenden "Catalogue d'oiseaux" schöpfte der Pianist die klangmalerische Vielfalt feinsinnig und großzügig zugleich aus. Er beschloss sein Programm mit drei Werken von Liszt, die er nahezu aneinanderreihte. Das Publikum verstand und verzichtete auf Zwischenapplaus. Zum "Ave Maria" spürte der Pianist den spirituellen Gehalt des Werks nach. Unendlich zarte Nuancen entlockte er den "L'Années de pèlerinage", spannungsreich und feurig schloss er mit der "Rhapsodie espagnole". Den begeisterten Beifall dankte er großzügig mit drei Zugaben.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hückelhoven: Ein Meister der Klangfarben am Piano


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.